Zur Jagd den brauchbaren Hund!

Von Christoph Frucht

Welche Aufgaben haben Jagdgebrauchshunde ?

Winfried Edelmann

Winfried Edelmann

Jagdgebrauchshunde haben zunächst die Aufgabe, Wild zu suchen und zu finden, sowie eine Begegnung zwischen Wild und Jäger herbeizuführen. Nach der Schussabgabe suchen sie das beschossene Wild und tragen es dem Jäger zu oder führen ihn zum erlegten Wild.

Wieso ist der brauchbare Hund erforderlich ?

Für die Nachsuche von verletzten Wildtieren wird zwingend der geprüfte, brauchbare Hund benötigt, um mögliches Leiden zu verkürzen. Nur mit verantwortungsvoll gezüchteten, sorgfältig ausgebildeten und geprüften Jagdhunden kann die Jagd waidgerecht und tierschutzgerecht ausgeübt werden !

Weshalb müssen Jagdhunde geprüft werden ?

Um sicher zu stellen, das nur geeignete Jagdhunde für die jeweiligen Aufgaben eingesetzt werden, müssen diese durch praxisnahe Prüfungen ihre Eignung nachweisen. Dabei werden ungeeignete Hunde schon im Vorfeld der Jagd erkannt. An krankem Wild ist der beste Hund gerade gut genug !

Tierschutzbericht der Bundesregierung 2001:
„Es besteht, auch aus Tierschutzgründen, Einigkeit darüber, dass brauchbare Jagdhunde für die waidgerechte Durchführung der Jagd unerlässlich sind !“

Warum sind Ausbildung und Einarbeitung der Jagdgebrauchshunde so wichtig ?

Auch hervorragend veranlagte Jagdgebrauchshunde aus Leistungszucht wachsen nicht automatisch zu brauchbaren Jagdhunden heran. Erst durch Ausbildung und Einarbeitung werden aus gut veranlagten Hunden Jagdhunde, die tatsächlich im praktischen Jagdbetrieb brauchbar sind.
Für die praxisnahe Einarbeitung zu Bau-, Wasser- und Stöberjagd bedienen sich die Jäger in Deutschland veschiedener seit vielen Jahren bewährter tierschutzgerechter Methoden.

Nachsuche und Verlorenbringen

Das rasche Auffinden verletzter Wildtiere ist eine der wichtigsten Aufgaben des Jagdgebrauchshundes. Die Einarbeitung erfolgt für die Nachsuche auf Schalenwild auf künstlich angelegten Wundfährten oder für das Verlorenbringen von Niederwild mit Hilfe von Schleppen.

Baujagd

In „Schliefenanlagen“ (künstlich hergestellten Bauanlagen) soll der Hund das Absuchen des Baus, das Überwinden von Hindernissen und die Orientierung im Fuchsbau erlernen. Er soll durch Verbellen und Bedrtängen den Fuchs ohne körperlichen Kontakt zum Verlassen des Baus bewegen.
Es muss sicher gestellt werden, dass der Hund mehrfach „Erfolg“ am Fuchs hatte, ohne Kontakt mit dem Dachs zu haben.
So wird der Hund auf den Fuchs konditioniert und lernt dadurch, den Dachs im Jagdbetrieb zu ignorieren.

Wasserjagd

Die Ausbildung und Prüfung zur Nachsuche von Wassergeflügel erfolgt an einer vorübergehend flugunfähigen Ente (Methode Prof. Müller).
Die einseitig an den äußeren Schwungfedern mit einer Papiermanschette versehene Ente zeigt ein Verhalten, das dem Fluchtverhalten einer kranken Ente am nächsten kommt (Wegschwimmen, sich Drücken und Tauchen).
Nach ca. 10 Minuten ist die Papiermanschette aufgeweicht und die Ente kann unbeschadet davonfliegen, sofern sie nicht vorher vor dem arbeitenden Hund erlegt werden konnte.
Während der Ausbildung darf der junge Jagdgebrauchshund an maximal 3 Enten eingearbeitet werden.
Nur nachweislich wesenfeste und gehorsame Jagdhnde dürfen überhaupt mit lebender Ente eingearbeitet werden.

Stöbern am Schwarzwild

Schwarzwild ist wehrhaft und dem Hund körperlich überlegen. Der Hund muss deshalb lernen, das Schwarzwild und den davon ausgehenden Gefahren richtig einzuschätzen.
Schwarzwildgatter sind dazu sehr gut geeignet. Sie geben dem Hund, aber auch dem Hundeführer, Gelegenheit, Erfahrung zu gewinnen, um sich richtig und zielorientiert am Schwarzwild zu verhalten.

„Zur Jagd den brauchbaren Hund“ !

Die in Deutschland seit über 120 Jahren erfolgreich betriebene und ebenso lang im Deutschen Jagdgebrauchshunde Stammbuch (DGStB) dokumentierte Leistungszucht auf der Basis geprüfter Nachkommenschaft ist weltweit einmalig. Sie hat sich tausendfach bewährt und ist deshalb auch international anerkannt ! Die Zuchtauslese in den Zuchtvereinen auf Basis von Prüfungsergebnissen und gesundheitlichen Anfordernungen ist die Grundlage dafür, dass auch in Zukunft brauchbare Jagdhunde für die waidgerechte Jagd verfügbar sind.

Ziele und Aufgaben des JGHV :

Der Jagdgebrauchshundverband e.V. (JGHV) als Dachverband hat sich die Aufgabe gestellt, alle Vereine zusammenzuschließen, die durch jagdliche Prüfungen, Zucht und beratende Tätigkeit für leistungsfähige, brauchbare Jagdhunde sorgen. Er repräsentiert rd. 160 000 Einzelmitglieder auf Bundesebene.
Der JGHV vertritt die Interessen des Jagdgebrauchshundewesens national (Verband für das Deutsche Hundewesen, VDH) und internatonal (Federation International Cynologic, FCI), insbesondere gegenüber Organen uind Verwaltungen des Bundes, der Länder und Zwischenstaatlichen Einrichtungen.
In verschiedenen Bundesländern wird der JGHV durch die jagdkynologischen Vereinigungen (JKV) verteten.

Ausbildung und Prüfung von Jagdhunden dienen der tierschutzgerechten Jagd :
• Effizientere Jagdmethoden stören das Wild weniger !
• Geringeres Verletzungsrisiko für an wehrhaftem Wild eingearbeitete Jagdhunde !
• Bessere Nachsuchen (Wasser und Land) verkürzen mögliche Leidenszeiten !

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2 Gedanken zu „Zur Jagd den brauchbaren Hund!

  1. Joachim Orbach

    Dieser Artikel hätte auch auf den Internetseiten des JGHV unter Aktuelles im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit veröffentlicht werden müssen , um die Besucher ( wie u.a. auch Nichtjäger ) zu informieren. Bedenken wir stets: Das Internet ist die Öffentlichkeit, denn Internetseiten können und werden von allen Bürgern die hierzu die Möglichkeit haben angeklickt.

    Antworten
  2. Pingback: Informationen zur Kynologie: kurz und übersichtlich | JagdWissen

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