Wildtierfreundliche Energiewende

DJV fordert Grünes Band entlang der geplanten Stromtrasse

Pressemeldung des Deutsche Jagdverband vom 07.04.2014

Entlang der geplanten, 800 Kilometer langen Nord-Süd-Stromtrasse (SuedLink-Projekt) für die Energiewende fordert der DJV ein zusammenhängendes Netz von Blühstreifen im Offenland sowie Grün- und Niederwaldstreifen im Forst als Ausgleichsmaßnahmen – und zwar direkt am Ort des Eingriffs. Die Interessen der Grundeigentümer, Land- und Forstwirte müssen dabei berücksichtigt werden.

„Wir müssen das Thema Biotopvernetzung ernst nehmen und den Stromnetzausbau für ein Grünes Band nutzen. Damit helfen wir zahlreichen bedrohten Tier- und Pflanzenarten vom Hirschkäfer über die Orchidee bis zum Rebhuhn“, so Helmut Dammann-Tamke, zuständig für Erneuerbare Energien im DJV-Präsidium. Politikübergreifende Konzepte seien die große Chance des Naturschutzes im 21. Jahrhundert. Es bestünde die Chance, entstehende Blüh- und Brachestreifen im Rahmen der Agrarpolitik als Greeningmaßnahmen anrechnen zu lassen, so Dammann-Tamke. Eine Absicherung des Grünen Bandes entlang der Trasse als Kompensation über Grunddienstbarkeiten ist nach Auffassung des DJV darüber hinaus problemlos ohne weitere ordnungsrechtliche Vorgaben möglich.

Ein 800 Kilometer langes und nur 50 Meter breites Grünes Band entlang der Nord-Süd-Trasse bedeutete 4.000 Hektar Kompensationsflächen. Je nach fördertechnischer Ausgestaltung sollten 1.000 Euro pro Hektar und Jahr für deren Anlage und Pflege bereitgestellt werden. Daraus ergeben sich Gesamtkosten von rund 4 Millionen Euro pro Jahr. Selbst auf 30 Jahre gerechnet sind das lediglich rund 5 Prozent der geplanten Gesamtinvestitionskosten für die Trasse. Die Verwaltung und Organisation der Kompensationsflächen könnte beispielsweise über das Netzwerk Lebensraum Feldflur abgewickelt werden.

Die entscheidende Frage für die Zukunft des Naturschutzes in Deutschland ist laut DJV: Wie kann die Pflege und Unterhaltung von Biotopflächen nachhaltig gesichert, und andererseits ein möglichst geringer Flächenverlust für die Land- und Forstwirtschaft gewährleistet werden?

Die Novellierung des Erneuerbaren Energien Gesetzes, die Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik und die Kompensationsverordnung bieten einen enormen Gestaltungsspielraum. „Wir sollten diese politische Chance nutzen, um für den Erhalt der Artenvielfalt zukunftsfähige Entscheidungen zu treffen“, so Dammann-Tamke.

Pressekontakte:

Torsten Reinwald, Pressesprecher Deutscher Jagdverband e. V. (Tel. 030/ 2091394-23, Fax: 030/ 2091394-25, pressestelle@jagdverband.de, www.jagdverband.de)

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