Waidgerechtigkeit muss auch unter neuem Jagdgesetz eingehalten werden!

Pressemeldung von Rainer Deppe, Umweltpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion im Landtag von NRW vom 20.08.2015

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Rainer Deppe, CDU

„Der Tierschutz darf seine Gültigkeit auch mit dem neuen Jagdgesetz nicht verlieren“, stellt der umweltpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Rainer Deppe in Folge der Berichterstattungen um das Bekanntwerden von tierschutzwidrigen Jagden auf Rotwild im staatlichen Revier Gut Burghof in Lichtenau (Kreis Paderborn) klar. „Die Grundsätze deutscher Waidgerechtigkeit müssen eingehalten werden. Die Gatterjagd als eine Form der sog. Effizienzjagd verstößt klar gegen die Jagdethik. Minister Remmel darf solche Praktiken in seinem Geschäftsbereich nicht länger tolerieren“, so Deppe weiter, der gemeinsam mit der stellvertretenden CDU-Fraktionsvorsitzenden Christina Schulze Föcking jetzt mittels einer Kleinen Anfrage von der Landesregierung Aufklärung verlangt.

Laut Medienberichten war es sowohl am 8. November als auch am 20. Dezember 2014 zu entsprechenden Jagden im Revier Gut Burghof gekommen. Gejagt wurden vorrangig Hirsche und andere Paarhufer, die aus einem fast geschlossenen Gatter an lediglich zwei kleinen Durchlässen entweichen konnten. Die Durchlässe waren mit jagdlichen Ansitzeinrichtungen versehen worden, so dass die Tiere den Schützen so gut wie schutz- und chancenlos vor die Büchsen laufen mussten. Laut Medienberichten waren bei der Jagd hohe Beamte des Landesbetriebes Wald und Holz anwesend.

Bei der Beratung über das neue NRW-Jagdgesetz war es zu einer intensiven Auseinandersetzung über die Beibehaltung des Grundsatzes der Waidgerechtigkeit gekommen. „Alle unsere Anträge, den Grundsatz der Waidgerechtigkeit in das Gesetz aufzunehmen, wurden von SPD und Grünen abgelehnt.“ Dieses Wort komme heute im sog. Ökologischen Jagdgesetz nicht mehr vor, so Rainer Deppe. „Das ist also Minister Remmels Paradigmenwechsel unter der These „Wald vor Wild“. Wir haben die Sorge, dass dieser Paradigmenwechsel als Freibrief für jagdethisch fragwürdige Jagdpraktiken interpretiert wird.“

Kleine Anfrage an die Landesregierung: Der Zweck heiligt die Mittel. Duldet die Landesregierung tierschutzwidrige Jagdpraktiken in staatlichen Jagdrevieren.pdf (77,7 kB)

Quelle: http://www.rainer-deppe.de/

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2 Gedanken zu „Waidgerechtigkeit muss auch unter neuem Jagdgesetz eingehalten werden!

  1. Joachim Orbach

    Diese Vorgänge gehören genau durch ein unabhängiges Gericht untersucht. Sollten sich diese bestätigen, so gehört allen Beteiligten der Jagdschein entzogen und weitere Strafen verhängt. Derartige Veranstaltungen betrachte ich nicht als Jagd, sondern als Wildvernichtung um jeden Preis. So dürfte es mit Sicherheit auch jeder anständige Bürger in Deutschland sehen.
    Bleiben Sie am Drücker Frau Schulze-Föcking, Herr Deppe und FDP. Die SPD braucht man wohl nicht aufzufordern. Oder?
    Alle Betreiber von Jagdblogs kann man nur dazu auffordern, die Bevölkerung auf dem Laufenden zu halten, denn es wurde ja bereits berichtet, wie die „Hilfstrupps“ von Herrn Remmel arbeiten. Da forderte doch tatsächlich der NABU NRW den Rücktritt des LJV Vorstandes NRW.
    Joachim Orbach

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  2. MH

    Wenn die Vorgänge sich so wie geschildert bestätigen, wird „Wald vor Wild“ als ein Grundsatz des neuen Jagdgesetzes eindrucksvoll bewiesen. Das Katzenthema ist ein weiterer Beweis für den Zynismus, den Tierschutz erst vor den eigenen Karren zu spannen und dann eine Kehrtwende zu vollziehen. Wann hat es der letzte gemerkt? Mehr tote Tiere sind das Ergebnis dieser Politik.

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