Information ist der Weg zur Akzeptanz

TAG DER REGIONEN

von Joachim Orbach

Für die Bevölkerung insbesondere aber für die Landbevölkerung zählte einst die Jagdausübung ebenso wie die Hausschlachtungen auf den Bauernhöfen zu den natürlichsten Dingen der Welt. Dieses ist aber in der heutigen oftmals naturfremden Zeit nicht der Fall, da kommt halt eben die Hirschkeule im Supermarkt aus Neuseeland und der Rinder- oder Schweinebraten aus der Fleischfabrik. Grund genug, die Bürger im Rahmen der
Öffentlichkeitsarbeit zu informieren, bevor auch noch alle Kühe lila werden.

Logo der Initiative "Tag der Regionen"

Logo der Initiative „Tag der Regionen“

Hier bietet sich denn auch der seit 1999 – in den Monaten Sep./Okt. – stattfindende TAG DER REGIONEN an, wo die Bürger sich informieren können. Diese Veranstaltungen werden je nach Region auch gerne von Menschen aus den Großstädten besucht. So ist denn verschiedentlich auch die Jägerschaft mit Informationsständen ( z. B. ROLLENDE WALDSCHULE ) der Hegeringe oder Kreisjägerschaften an diesen Aktionstagen vertreten.
Unter anderem geht es ja auch um die Stärkung der Regionen unter Berücksichtigung
nachfolgender Gesichtspunkte:

– Regionales Wirtschaften und die Bewahrung einer regionalen Identität sind
wesentliche Säulen für den Bestand einer intakten auf Nachhaltigkeit ausgerichteten
Gesellschaft. Im lokalen und regionalen Handeln liegen die Schlüssel zur Lösung vieler
Probleme.
– Die Stärkung der Regionen, die Sicherung regionaler Wertschöpfungsketten und die
Förderung von Werten wie der gesellschaftlichen Verantwortung vor Ort sichern
Lebensqualität auch in strukturell benachteiligten Räumen. Das betrifft den
ländlichen Raum in der Fläche sowie auch seine Städte.

"Lernort Natur" als bewährtes Mittel der Öffentlichkeitsarbeit

„Lernort Natur“ als bewährtes Mittel der Öffentlichkeitsarbeit. Foto: Baldur Neubauer

Es fanden im Jahre 2012 bundesweit ca. 1200 Veranstaltungen statt, deren Themenbereiche wie bei allen anderen Veranstaltungen in den Jahren zuvor oder im Jahre 2012 vielseitig waren. Neben dem Informations-, Erfahrungs- und Ideenaustausch kommt aber auch immer
der Präsentation der Vorteile regionaler landwirtschaftlicher Produkte gebührende
Beachtung zu. Da bietet sich denn auch die Präsentation von unserem Wildbret oder
Wildprodukte – ein Lebensmittel aus freier Wildbahn- an. Ebenso ist aber auch die
Information über unser Wild und deren Lebensraum wichtig, denn das Wissen darüber hat
sich doch in den letzten Jahrzehnten geändert. Hier kommt es denn u. a. auch darauf an,
unsere Mitmenschen über die Leistungen der Jägerschaft für den Natur- und
Landschaftsschutz zu informieren. Machen wir die Bürger darauf aufmerksam, dass die
Anlage und der Erhalt von Lebensräumen teuer und arbeitsaufwändig sind, insbesondere
dann, wenn noch Flächen angekauft oder gepachtet werden. Um bejagbare, gesunde und
artenreiche Wildbestände zu erhalten, investieren Jäger viel Arbeit und Geld in ihre Reviere.
Gemessen z.B. an den oftmals bescheidenen Niederwildstrecken, die durch die Erhaltung
und Schaffung von Ruhezonen, Deckungs- und Äsungsflächen als Lebensraumverbesserung
ermöglicht werden. Doch diese Flächen sind in unserer gewachsenen Kulturlandschaft ja
nicht nur für jagdbare Wildarten wichtig, sie dienen auch in einem ganz erheblichen Umfang der Erhaltung nicht jagdbarer Arten sowie dem Erhalt schützenswerter Pflanzenarten. Bei den Landesjagdverband laufen darüber hinaus landesweite Programme zur Lebensraumerhaltung und Erhaltung seltener Arten, die weitgehend aus Mitgliedsbeiträgen der Jägerschaft finanziert werden. Kein anderer Naturschutzverband investiert daher flächendeckend vergleichbare Mittel in Maßnahmen zur Lebensraumerhaltung und Lebensraumverbesserung für wildlebende Tier- und Pflanzenarten. Um das Überleben einer hohen Artenzahl und deren Lebensräume in unserer gewachsenen Kulturlandschaft zu sichern, muss in der Bevölkerung eine breite Akzeptanz für die Jagd und die Maßnahmen der Jägerschaft erhalten bzw. erlangt werden. Was für Leistungen von der Jägerschaft und deren Dachverbänden DJV/LJV als staatlich anerkannte Naturschutzvereinigungen erbracht werden, sollten daher auch verstärkt auf regionalen Veranstaltungen vermittelt werden.
„Die Jägerschaft zählt nicht Frösche sondern erbringt Leistung für Lebensräume!“ Wir sollten
aber auch rechtzeitig unseren Jägernachwuchs in die Öffentlichkeitsarbeit mit einbinden,
denn wer den Nachwuchs nicht fordert und fördert hat keine Zukunft.

Fazit: Um die Bürger zu informieren bietet sich insbesondere für Hegeringe und
Kreisjägerschaften u.a. auch der TAG DER REGIONEN als Veranstaltung an.
Öffentlichkeitsarbeit ist auch für die Jägerschaft von der Basis her wichtig – was oftmals leider noch unterschätzt wird. Man kann daher nicht immer nur unsere Dachverbände bemängeln, wenn nach der Meinung aus unseren Reihen zu wenig getan wird. Machen wir aber auch unseren Mitmenschen klar, dass wir unsere Kulturlandschaft nicht in die Landschaft von Alaska umwandeln können und das vernünftige Maßnahmen nicht ausschließlich durch Gesetze oder durch die Änderung der Gesetze realisierbar sind. Die Worte von Tacitus: „Im verdorbensten Staat gibt ́s die meisten Gesetze“ lassen sich auch auf den Natur – und Landschaftsschutz anwenden. Bedenken wir aber auch in unserem Handeln, dass oftmals die Information der Weg zur Akzeptanz ist.

Vermerk: Der DJV trat dem Aktionsbündnis „Tag der Regionen“ im Juni 2013 bei.

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