Schweiß– und Fährtenschuhprüfungen im Blickpunkt

Von Joachim Orbach

VSwP Bergisches Land 2004 Foto: Elly Linder

VSwP Bergisches Land 2004
Foto: Elly Linder

In diesem Sommer trafen sich Vertreter aus den verschiedensten Lagern im Jagdgebrauchshundverband (JGHV), um ihr Wissen und Erfahrungen bei der anstehenden Novellierung wie u.a. der Verbandsschweiß– und Verbandsfährtenschuhprüfungsordnung einzubringen. Ein vernünftiger und richtiger Schritt, denn bei der Vielzahl in der heutigen Zeit angeboten Schweißprüfungen nach den Prüfungsordnungen der Zuchtvereine und des JGHV sollten wir immer beachten: „jagdliche Prüfungen sind kein Prüfungssport.“ Fakt ist aber, dass es in Tat Hunde gibt, die auf einer Reihe von Schweiß – und Fährtenschuhprüfungen (nach PO der Zuchtvereine und des JGHV ) geführt wurden, aber die harte Nachsuchenpraxis noch nie kennen gelernt haben. Folglich ist es in der Zukunft wenigstens für die Verbandsprüfungen zwingen erforderlich, die Prüfungsordnungen dahin gehend zu verändern, dass die Führung auf diesen Prüfungen aus sportlicher oder kaufmännischer Sicht Einhalt geboten wird. Bedenken wir, die Anzahl der Erfolgsnachweise auf der Rückseite der Ahnentafel eines Hundes sagen noch längst nicht alles über die Qualität eines Nachsuchengespannes (Hund und Führer) aus. Hingegen aber oftmals über den Kaufpreis eines Hundes oder dessen Nachkommen. Da aber das errungene Leistungszeichen Sw und Fs Hunde ausweisen soll, die für die praktische Nachsuchenarbeit besonders eingearbeitet und qualifiziert sein sollen, sind entsprechend Anforderungen zu stellen. So kann es z.B. auch nicht sein, dass Prüfungen in Revieren mit wenig Verleitung durch Wild abgehalten werden. Hier braucht man sich denn auch nicht zu wundern, wenn bei diesen Prüfungen der Prüfungserfolg 100% beträgt. Bedenken wir auch immer, eine echte erschwerte Nachsuche ist oftmals nicht mit den „genormten“ Problemen noch so kunstvoll angelegter Kunstfährten vergleichbar. Es ist daher durchaus sinnvoll und berechtigt, wenn einige Bundesländer die offizielle Anerkennung von Nachsuchengespanne nicht ausschließlich an bestandene Prüfungen, sondern auch an eine absolvierte und belegte Anzahl erfolgreicher echter erschwerter Nachsuchen – die Hund und Führer oft viel abverlangen – geknüpft haben. Bedenken wir auch, dass die Prüfungen VGP, VPS, GP,VP usw. ja auch noch das Fach „Schweißarbeit“ beinhaltet. Schließlich ist ja denn auch noch längst nicht jede Nachsuche eine erschwerte Nachsuche und wo denn mit diesen Hunden in der Regel einfache Nachsuchen auch erfolgreich geleistet werden können.

Abschließend stellen sich daher aus meiner Sicht die nachfolgenden Fragen :
Wie viele Schweiß- Fährtenschuhprüfungen brauchen wir im Sinne der jagdlichen Praxis?
Macht es überhaupt einen Sinn, Hunde auf möglichst viele Schweißprüfungen ( nach PO der Zuchtvereine und des JGHV ) zu führen?
Wie kann die Teilnahmemöglichkeit möglichst sinnvoll eingegrenzt werden?
Sind die Anforderungen an die Prüfungsreviere neu zu definieren?
Sollte auch die Richtertätigkeit neu definiert werden?

Da die Verbandsschweiß– und Verbandsfährtenschuh einen hohen Leistungsstand der Hunde dokumentieren soll, die in der Praxis in einem Bereich eingesetzt werden, der eine große Tierschutzbedeutung hat, bleibt die Erwartung auf entsprechende geänderte Prüfungsordnungen.

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