Rotwildbestände auf wissenschaftlicher Grundlage ermitteln

Pressemeldung des Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft vom 06.10.2015

Sachsenforst und TU Dresden vereinbaren Kooperation

n Sachsen sollen die Rotwildbestände künftig besser und auf wissenschaftlicher Grundlage erfasst werden. Der Staatsbetrieb Sachsenforst und die Professur Forstzoologie haben dazu eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Inhalt ist die gemeinsame Untersuchung, welchen Einfluss verschiedene Tiergemeinschaften – darunter auch das Rotwild – auf die Wälder in Sachsen haben.

„Viele Menschen im Erzgebirge sorgen sich um die Rotwildbestände. Dies nehmen wir ernst“, so Forstminister Thomas Schmidt. „Ich freue mich deshalb, dass unser Staatsbetrieb und die Wissenschaftler aus Tharandt dieses wichtige Thema gemeinsam aufgreifen und in einem ersten Forschungsprojekt zum Rotwild weitere Grundlagen für ein zeitgemäßes Wildtiermanagement schaffen werden“.

Oberstes Ziel sind Wälder, die ihre Funktionen als Erholungsraum, Holzlieferant und Lebensraum auch künftig dauerhaft erfüllen. Dazu gehört auch ein angepasster, artenreicher und vitaler Wildbestand. „Aktuelle Daten zu Verbiss- und Schälschäden zeigen aber, dass in einigen Gebieten die Wildbestände so groß sind, dass ein stabiler Waldbestand grundsätzlich auf dem Spiel steht“, so der Minister. Dort, wo konsequent waldverträglich gejagt wird, gibt es zwar auch Wildschäden, aber solche, die für den Wald verkraftbar sind. Wild gibt es dort trotzdem genügend. Das zeigen die nachhaltig erzielten Jagdstrecken. „Einen Wald ohne Wild wird es in Sachsen nicht geben. Genauso darf es aber auch nicht sein, dass junge Buchen, Eichen und Weißtannen keine Chance zum Altwerden haben, weil Reh- und Rotwild die jungen Triebe verbeißt oder die schmackhafte Rinde schält. Dies gilt umso mehr, wenn wir beim Waldumbau zur Anpassung an den Klimawandel vorankommen wollen.“

Im Rahmen des dreijährigen Vorhabens stehen daher wichtige Fragestellungen auf der wissenschaftlichen Agenda. Wie groß sind einzelne Teilpopulationen des Rotwildes im sächsischen Erzgebirge? Wie ist das Verhältnis von männlichen zu weiblichen Tieren, wie sieht die Altersstruktur aus? Welche Auswirkungen haben Jagd und Waldbesucher auf den Wander- und Aktivitätszyklus des Rotwildes? Welche Ansprüche stellt das Rotwild an seinen Lebensraum? Geplanter Projektstart ist der Beginn des nächsten Jagdjahres (1. April 2016). Bis dahin nutzen die Partner die Zeit, um die konkreten Projektinhalte zu konzipieren und den Projektverlauf exakt zu skizzieren.

„Ich bin froh, dass die nun besiegelte Kooperation dazu beitragen wird, das Rotwildmanagement in Sachsen nach den Prämissen ,artgerecht‘, ,tierschutzkonform‘ und ,ökosystemgerecht‘ zu modernisieren“, so der Forstminister. „Ich hoffe auch auf eine konstruktive und sachbezogene Zusammenarbeit mit der privaten Jägerschaft. Das Forschungsprojekt kann nur erfolgreich werden, wenn alle Beteiligten konstruktiv zusammen arbeiten“.

Herausgeber
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Kontakt
Pressesprecher Frank Meyer
Telefon +49 351 564 2050
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