Neue Petition: Arnsberger Jäger wollen Sikawild erhalten

Von Frank Martini

Die „Hegegemeinschaft Arnsberger Wald“ hat heute eine Petition zum Erhalt des Sikawildes im Sauerland im Internet veröffentlicht. Der geänderte Gesetzentwurf für ein ökologisches Jagdgesetz in NRW sehe eine Ausrottung der mehr als seit 120 Jahren im Arnsberger Wald heimischen Schalenwildart vor. Dagegen haben die Initiatoren der Petition nun eine Unterschriftensammlung gestartet.

Ruft zur Stimmabgabe im Internet auf - die Hegegemeinschaft Arnsberger Wald. (Bild: Screenshot openPetition)

Ruft zur Stimmabgabe im Internet auf – die Hegegemeinschaft Arnsberger Wald. (Bild: Screenshot openPetition)

Offenbar angespornt vom Erfolg Carl-August Schübelers von der Internationalen Gesellschaft Sikawild (IGS) für den Erhalt von Cervus nippon in seiner Heimat, dem Weserbergland, hat nun auch die Hegegemeinschaft Arnsberger Wald die Initiative ergriffen. Auf dem Online-Portal openPetition bittet sie um Unterstützung für den Erhalt des Sikawildes im Sauerland.

Den sehen die Petitenten durch den geänderten Entwurf des geplanten ökologischen Jagdgesetzes in NRW bedroht. Tatsächlich hatte es im ursprünglichen Gesetzentwurf zum § 41, der früheren Verordnung über Bewirtschaftungsbezirke für Rotwild, Damwild, Sikawild und Muffelwild geheißen, dessen Absatz 2 werde gestrichen. Damit wären die dort erwähnten Bewirtschaftungsbezirke, qua Gesetzesänderung künftig als Verbreitungsgebiete definiert, Arnsberger Wald und Beverungen entfallen – und mit ihnen die rechtliche Grundlage für ein Überleben der Wildart dort. Das abschussplanpflichtige Wild hätte danach bei verpflichtenden Mindestabschussplänen sukzessive bis auf Null reduziert werden können, ohne dass es eine rechtliche Handhabe gegen die regionale Ausrottung gegeben hätte.

Dagegen hatte sich das Beverunger IGS-Mitglied Schübeler aufgelehnt und die Öffentlichkeit im Weserbergland mobilisiert. Mit Erfolg: In den Änderungen zu Gesetzentwurf, den die Landesregierung zwischenzeitlich verabschiedet hat, ist an gleicher Stelle nun nicht mehr von einer Streichung des Absatzes 2 die Rede, sondern nur noch von einer Änderung. Nun soll im ökologischen Jagdgesetz stehen: „Als Verbreitungsgebiet für das Sikawild (Sikawildgebiet) wird das Gebiet Beverungen festgelegt.“ Der Arnsberger Wald taucht dagegen nicht mehr dort auf.

Geht es nach den Wünschen des Umweltministeriums, soll er künftig allein seine Fährten im Arnsberger Wald ziehen: Cervus elaphus. (Bild: F. Martini)

Geht es nach den Wünschen des Umweltministeriums, soll er künftig allein seine Fährten im Arnsberger Wald ziehen: Cervus elaphus. (Bild: F. Martini)

Die „Hegegemeinschaft Arnsberger Wald“ argumentiert nun, das „Wappentier des Möhnesees“ bilde den ältesten und bundesweit größten Tierbestand dieser Art. Angesichts der Bedrohung des Fortbestands dieser 1893 im Sauerland eingeführten Wildart in seiner Ursprungsheimat durch Wilderei sei der Erhalt des Arnsberger Bestandes auch im Sinne des (weltweiten) Artenschutzes zwingend, zumal dieser Bestand bedeutsamer sei, als der viel kleinere im Weserbergland. Schließlich müsse gleiches Recht für alle gelten.

Bis zur Stunde haben sich knapp 180 der für eine Befassung des Petitionsausschusses benötigten 5.000 Mitunterzeichner gefunden. Zwar haben die Initiatoren noch Zeit, diese Zahl zu erreichen – allerdings haben sie die Aktion bis zum 14. Juni 2015 begrenzt. Eine riskant großzügige Frist. Denn wenn, wie geplant, das neue Jagdgesetz bereits im Mai 2015 vom Parlament verabschiedet werden soll, wäre es zu spät – zumindest dafür, um durch einen Petitionserfolg den Gesetzentwurf noch vor dessen Verabschiedung ein zweites Mal zu ändern – zu Gunsten des Sikawildes auch im Sauerland.

Hier kommen Sie direkt zur Petition.

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