NEUE MEDIEN NUTZEN!

Von Joachim Orbach

mit einem Kommentar vom Vorarlberger Landesjägermeister Dr. Ernst Albrich

Bildschirmfoto vom 2014-09-02 09:06:42Gerade im Zeitalter neuer Technologien und sozialer Netzwerke stellen Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit eine große Herausforderung dar. Sie können aber auch zur Chance werden. Aus dieser Erkenntnis heraus widmete sich bereits am 20.-22. Juni 2013 die 51. Internationale Jagdkonferenz (IJK) in Gargellen, welche auf Einladung der Vorarlberger Jägerschaft dort statt fand.

Die IJK forderte dort u.a. ihre Mitgliedsverbände auf, verstärkt die Möglichkeiten der neuen Medien – eventuell sogar gemeinsam oder in enger Absprache, auch mit den Partnern des ländlichen Raumes – zu nutzen und Jagdportale auch auf europäischer Ebene einzurichten und aktiv zu betreuen (siehe auch: 51. Int. Jagdkonferenz Schlusserklärung). Da sich aber bis Juni 2014 – mit einigen Ausnahmen – wenig in der Sache getan hat, wurde im Juli 2014 von Volker Seifert vom Deutschen-Jagd-Lexikon und von JagdWissen der neue Meta-Blog „Aktionsbündnis Neue Medien Jagd“ für Jagd, Hund und Naturschutz gegründet. Hier hat der Besucher die Möglichkeit, sich täglich über neue Pressemitteilungen, Artikel, Radio- und Video-Broadcast zu informieren. Die erfassten Beiträge kommen von Vereinen/Verbände, Institute, öffentlichen Einrichtungen, Stiftungen, privaten Initiativen, Nachrichten-Portale und Jagdzeitschriften.

Kriterien für die aktuelle Berücksichtigung auf der Seite des Aktionsbündnis sind:
• regelmäßige Meldungen (mehrmals monatlich)
• thematische Relevanz
• keine Wiederholung von Beiträgen, die erst kürzlich (in den letzten 8 Wochen) wortwörtlich bereits auf einer anderen Plattform veröffentlicht wurden (betrifft meist Pressemeldungen die gerne von anderen Plattformen kopiert werden – berücksichtigt wird hier nur die Erstveröffentlichung)
• der zu berücksichtigende Beitrag muss eine eigene Adresse haben und somit direkt   aufrufbar sein
• der Beitrag muss eine tägliche Zuordnung (Datum) ermöglichen.

Unter dem Menüpunkt „Über uns“ werden diejenigen Seiten aufgelistet, die mehrmals täglich von dem Programm analysiert werden und deren neue Beiträge dann auf der Seite Aktionsbündnis veröffentlicht werden.

Unter dem Menüpunkt „Links“ werden interessante Seiten aufgelistet, die aus technischen Gründen oder weil sie nur unregelmäßig Neues veröffentlichen nicht auf der Seite des Aktionsbündnis berücksichtigt werden können.

Unter dem Menüpunkt „ Apps“ werden Apps aufgelistet, die eine jagdliche oder naturführerische Relevanz besitzen.

Da das „Aktionsbündnis Neue Medien Jagd“ u.a. auch durch eine Idee aus dem Vorarlberg entstanden ist, habe ich den Landesjägermeister der Vorarlberger Jägerschaft, Herrn Dr. Ernst Albrich um einen Kommentar zur Umsetzung der Erkenntnisse u. Feststellungen der 51. IJK und zu dem neuen Meta-Blog www.aktionsbuendnis-neue-medien.de sowie um Anregungen für die jagdlichen Verbände und Vereine (wie z.B. Nutzung des Aktionsbündnis) gebeten. In diesem Zusammenhang möchte ich noch auf den Artikel „Potenziale nutzen!“ hinweisen.

Kommentar vom Vorarlberger Landesjägermeister Dr. Ernst Albrich

„Als Co-Vorsitzender der Arbeitsgruppe Information – Kommunikation – Öffentlichkeitsarbeit des Forst-Jagd-Dialogs der „Mariazeller Erklärung“ (Schulterschluss zwischen den österreichischen Repräsentanten von Forst, Jagd und Grundbesitz im Jahre 2012), wurden mir die Defizite der Jagd in diesen Bereichen bewusst. Daraus entstand das Thema für die 51. Internationale Jagdkonferenz in Gargellen mit dem Titel „Zwischen Hirschruf und Twitter“.“

„Während der Großteil unserer kritischen Partner und auch ideologischen Gegner längst die modernen Technologien und Sozialen Netzwerke grenzübergreifend nutzt, hat dieser Denkanstoß aus Vorarlberg bisher, mit wenigen Ausnahmen, keine wesentlichen Fortschritte gebracht. Warum fällt es den Jagdverbänden so schwer, neue Medien und Applikationen optimal zu nutzen? Die manchmal vorwurfsvoll geäußerte Erklärung, die Spitzenfunktionäre der Jagd seien meistens eher älteren Semesters, ist nicht stichhaltig. Es geht nicht um das biologische Alter, sondern um die (kritische) Aufgeschlossenheit gegenüber dem Fortschritt, dem Verständnis für rasante Entwicklungen und die Notwendigkeit für „Waffengleichheit“ im Wettstreit der Meinungen. Da gibt es eben junge Alte, aber genauso auch umgekehrt alte Junge.“

„Das Wesen der Jagd mit Stille, Einsamkeit, Beschaulichkeit, Naturerlebnis prägt den Jäger im positiven Sinn. Das scheint mir eine wichtige und verständliche Erklärung für eine gewisse Zurückhaltung und Skepsis gegenüber der ultraschnellen Internet-Kommunikation, der „Online-Philosophie“, immer erreichbar zu sein und sofort zu reagieren. Die unterschiedlichen Strukturen der Jagdverbände in Europa, mit nicht ausreichender grenzüberschreitender Zusammenarbeit, sind sicherlich auch nicht förderlich.“

„Neues Wissen, interessante Informationen, also sogenannter „content“ (Inhalte), werden ständig weltweit generiert. Es reicht aber nicht aus, in lokalen, regionalen, nationalen Medien zu publizieren, sondern darüber hinaus müssen Sammelinstrumente und Verteiler installiert werden, um den Zugang und die Auswahl für jeden einfach und schnell zu ermöglichen. In diesem Sinne ist der neue Metablog www.aktionsbuendnis-neue-medien.de ein wesentlicher Fortschritt. Wir alle, Verbände, deren Funktionäre und Mitglieder, sind gefordert, davon Gebrauch zu machen, aber auch zu „liken“, „teilen“ und „kommentieren“. Damit erreichen wir in unserem eigenen Freundeskreis auch Nichtjäger, können informieren und damit Verständnis und Sympathie für Jagd und Natur wecken.“

Empfehlungen:
Joachim Orbach: Öffentlichkeitsarbeit. Ein Interview mit Bernd Krewer
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2 Gedanken zu „NEUE MEDIEN NUTZEN!

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