NABU und Landesjagdverband im Gespräch

Pressemeldung des Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. vom 21.01.2016

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Mitte Januar trafen sich die Spitzen der Naturschutzverbände NABU Rheinland-Pfalz
und Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) zum Dialog. Beim Gespräch zwischen den Verbandsspitzen Siegfried Schuch (NABU) und Kurt Alexander Michael (LJV) ging es um Gemeinsamkeiten und zukünftigen Kooperationen.

Die Zerschneidung von Wildtierlebensräumen, naturschutzfachliche Aspekte beim Bau von Windkraftanlagen sowie die Jagd in Schutzgebieten waren unter anderem die Themen, mit denen sich die Vertreter beider Naturschutzverbände auseinandersetzten.

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„Der fachliche Austausch auf Ebene der Verbandsspitzen ist ein wichtiger Prozess, um
gemeinsame Ziele zum Wohle der Artenvielfalt in unserem Land voranzubringen“, betont
LJV-Präsident Kurt Alexander Michael. Am Treffen der beiden Naturschutzverbände
nahmen auch NABU-Naturschutzreferentin Cosima Lindemann, LJV-Vizepräsident Kurt
Schüler, LJV-Landesnaturschutzobmann Dr. Herbert Kraft, LJV-Geschäftsführer Erhard
Bäder und LJV-Naturschutzreferent Frank Voigtländer teil.

Der genetische Austausch zwischen Wildtierpopulationen ist durch die Zerschneidung
von Lebensräumen in unserer heutigen Kulturlandschaft schwieriger geworden. Für bei-
de Verbände steht fest, dass der Bau von Grünbrücken geeignete Maßnahmen darstel-
len, um diesen Austausch zu gewährleisten. NABU-Vorsitzender Schuch würde es begrü-
ßen, wenn in diesem Zusammenhang die Voraussetzungen geschaffen würden, dem
Rotwild auch außerhalb der staatlich abgegrenzten Bewirtschaftungsbezirke ein Existenz-
recht einzuräumen. Derzeit sind Jägerinnen und Jäger gesetzlich verpflichtet, Rotwild au-
ßerhalb der Bewirtschaftungsgebiete scharf zu bejagen.

Einigkeit herrschte beim Thema Windkraftanlagen (WKA). Beide Verbände begrüßen den
zentral gesteuerten weiteren Ausbau von regenerativen Energiequellen, lehnen aber den
teilweise zu beobachtenden Wildwuchs kategorisch ab. Insbesondere im Biosphärenre-
servat Pfälzerwald sowie im und um den neuen Nationalpark dürfe es keine Baugeneh-
migungen für WKA geben. Beide Verbände machen übrigens aktuell von ihrem Ver-
bandsklagerecht Gebrauch und versuchen so in mehreren Fällen, den Bau von Wind-
kraftanlagen in ökologisch sensiblen Bereichen zu verhindern.

​Die Jagd in Schutzgebieten sei für den NABU kein generelles Problem, wenn das Schutz-
ziel dadurch nicht beeinträchtig werde. LJV-Präsident Michael räumte ein, dass die weni-
gen Einschränkungen, die in den jeweiligen Rechtsverordnungen festgeschrieben wur-
den, in fast allen Fällen nachvollziehbar seien.

Die Spitzenfunktionäre einigten sich darüber, den fachlichen Austausch auf Ebene der
Verbandspitzen künftig regelmäßig stattfinden zu lassen. Dann sollen auch kontroverse
Themen auf der Tagesordnung stehen.

​​Hrsg: LJV Rheinland-Pfalz e.V.
Günther Diether Klein, Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
E-Mail: g.d.klein@ljv-rlp.de

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