Hat NABU Umweltwettbewerb manipuliert?

Von Frank Martini

Seit sieben Jahren gibt es sie nun, die WWF Greentec-Awards. 2008 von zwei Ingenieuren ins Leben gerufen, sollten sie sich zum bedeutendsten europäischen Umwelt- und Wirtschaftspreis mausern. Namhafte Technologiekonzerne wurden bereits zu Preisträgern gekürt, die Laudatio hält regelmäßig Kanzleramtschef Peter Altmaier.

Und in der Jury und unter den Botschaftern finden sich zahllose Prominente aus Wissenschaft und Wirtschaft, Sport und Unterhaltung. Sowas weckt Begehrlichkeiten – offenbar auch beim NABU-Landesverband Berlin.

Sven Krüger (li.) und Marco Voigt (re.), die "Erfinder" der Greentec-Awards, mit Peter Altmaier. (Bild: www.greentec-awards.com,Ulf Büschleb)

Sven Krüger (li.) und Marco Voigt (re.), die „Erfinder“ der Greentec-Awards, mit Peter Altmaier. (Bild: www.greentec-awards.com,Ulf Büschleb)

Der nämlich hatte sein Projekt zur Renaturierung des Flughafensees in Berlin-Tegel für den WWF-Sonderpreis zur Wahl gestellt. Ebenso, wie der Jagdverein Hubertus Eschwege. Die Ringgauer Jäger hatten sich für das Gelingen der Wildkatzen-Wiederansiedlung an Werra und Meißner mit zahlreichen Biotophegemaßnahmen engagiert – und lagen bei der Online-Abstimmung zum Greentec-Award ziemlich weit vorne. Mit etwa zehn Prozentpunkten Vorsprung führte der Jagdverein Hubertus Eschwege das Feld der Mitbewerber an – bis der NABU an ihm vorbeizog.

„In den letzten Tagen vor Abstimmungsende hatte die Konkurrenz enorm aufgeholt und uns in den wenige Stunden vor Schluss überholt“, wird der Sprecher des Jagdvereins, Dr. Jörg Brauneis, von der Werra-Rundschau zitiert. Sie hatte die Schummelei Ende vergangener Woche bekanntgemacht. Der knappe Vorsprung in nur wenigen Stunden hatte die IT-Abteilung des WWF stutzig gemacht. Die anschließende Prüfung deckte die Manipulation auf. Nachdem die Ergebnisse der Auswertung von einem Schiedsmann, einem WWF-Mitarbeiter sowie einem Mitarbeiter des mit der Kontrolle der Abstimmung beauftragten TÜV geprüft worden waren, wurde der NABU mit seinem Projekt disqualifiziert.

Damit ist nun der Weg zur Preisverleihung für den Jagdverein Hubertus Eschwege und ihr Wildkatzenprojekt frei. Am 29 Mai werden die Ringgauer Jäger im Berliner Tempodrom geehrt.

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10 Gedanken zu „Hat NABU Umweltwettbewerb manipuliert?

  1. Axel Fischer

    das ganze System NABU ist auf Betrug angelegt, egal, ob es die Spender sind, die demagogischen Propagandakampagnen , diedas „dumme“ Volk mit Unwahrheiten überfluten oder Staatsknete für „Projekte“ wie Heckrinder abgegriffen wird…

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  2. Jörg Gerlach

    Anderes hab ich vom NABU auch nicht erwartet!
    Geht der verlogenen Bande doch wieder nur um die Sieg Prämie.
    Gründe ein Verein, verkaufe die Leute die dir hinterher rennen für blöd und du kannst in saus und braus leben.

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    1. Michael Plagge

      Moin,

      es geht nicht um die Siegprämie … es geht um Reputation/PR denn die verspricht via Spendenaufruf viel mehr Knete …

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  3. MH

    Moin!

    Soweit ich es gelesen habe, konnte nicht festgestellt werden, wer der Urheber der Manipulation ist. Das erscheint mir merkwürdig, gelinde ausgedrückt. Wir mußten alle unsere Mail-Adresse angeben bei der Abstimmung, wenn ich es richtig im Kopf habe. Ein Resetten der IP-Adresse hätte sonst ja ausgereicht, um mehrfach abzustimmen.

    Hätte der NABU auf der Zielgeraden nur weitere Mitglieder mobilisiert, um abzustimmen, wäre wohl nicht von Manipulation gesprochen worden. Ich weiß nicht, über wieviele Stimmen wir reden, aber kann das Mobilisieren von Unterstützern, die alle mit ihren diversen Mail-Adressen mehrfach abstimmen, alleine zu einer solchen Aufholjagd führen? Lautete die Aufforderung, wenn es denn eine solche gab, „stimmt ab“ oder „stimmt mehrfach ab“ oder gab es noch eine weitere Möglichkeit, die Stimmen hochzutreiben?

    Dran bleiben!

    Gruß+WH

    MH

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    1. Michael Plagge

      ein findiger Programmierer schreibt ein Script für einen Rechner der mittels dynamisch vergebener IP im Internet unterwegs ist, welches folgendes tut:

      Verbindung herstellen, E-Mail-Adresse generieren, abstimmen, Verbindung trennen …
      sollte eine Verifizierung notwendig sein wird es etwas komplizierter, ist aber auch machbar.

      oder

      der Abstimmungsrechner wird gleich gehackt …

      oder … oder …

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  4. Volker Seifert

    Das eine Naturschutzleistung von Jägern nicht in das Weltbild der professionellen Gutmenschen passt, darf nicht verwundern. Schließlich lebt man nach dem Motto „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“, und da kann man schon mal zu unlauteren Mittel greifen. Was ja auch nicht gerade neu ist in dieser Szene. Das diese Phrasendrescher alla NABU, BUND & Co. es überhaupt schaffen sich eine positives, sprich spendenfördendes, Image zu verschaffen, dürfte einen bei unserer urbanen Bevölkerung und deren naives Naturverständnis auch nicht wundern. Aber das nun auch schleichend die Politik anfängt sich an den Tropf dieser „Finanzinstitute“ zu hängen, da wird es mehr als bedenklich.

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    1. Frank Martini Artikelautor

      Das, lieber Hami, kann hier auch dahinstehen. Möglichkeiten einer so kurzzeitigen Aufholjagd „von Hand“ zu bewerkstelligen, scheint eher unwahrscheinlich. Also Abstimmungsaufforderungen in irgendwelchen FB-NABU-„Freundeskreisen“ o. ä. – ist denkbar, aber irgendeine technische Auffälligkeit muss die IT-ler in der Prüfung ja stutzig gemacht haben.

      Technisch gibt es eine Menge Möglichkeiten, wie Michael Plagge aufzeigt. Und IP-Adressen – auch stets neu vergebene dynamische – lassen sich zumindest geographisch einordnen.

      Ob die Manipulation auf einem von Herrn Plagge angedeuteten Weg stattgefunden hat oder nicht, ob das Skript von einem NABU-Rechner oder aus seinem „Förderkreis“ ausgeführt wurde oder nicht, spielt für die Frage nach dem „cui bono“ erst mal keine Rolle. Und Fakt ist: Die Manipulationen waren darauf ausgerichtet, das NABU-Projekt auf Position 1 zu heben. Und, dass eben manipuliert wurde und das Hochschnellen der Votings nicht dem Zufall geschuldet sind.

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      1. MH

        Hallo!

        Nach wie vor wäre es für mich wichtig zu wissen, auf welche Weise die Manipulation ausgeführt wurde. Das würde Rückschlüsse auf den/die Täter geben. Es ist ein Unterschied, ob mit oder ohne Wissen des Begünstigten eine solche Tat vollbracht wird oder aber mit dessen Duldung oder gar auf dessen Anweisung.

        Ist denn bei den Greentec-Leuten nichts weiter zu erfahren?

        Gruß+WH

        MH

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