Mit tiefer Nase auf der Fährte

Pressemeldung von Joachim Orbach, Pressesprecher der 35. VSwP „Bergisches Land“ vom 23.08.2015

Kein Hundesport, sondern Bewährung für die harte Praxis. Dies durften am 22.8.2015 eine Hundeführerin und vier Hundeführer mit ihren vierläufigen Jagdhelfern um Engelskirchen unter Beweis stellen.

Sauerländer Bläsercorps Foto: Joachim Orbach

Sauerländer Bläsercorps
Foto: Joachim Orbach

In diesem Jahr war der Jagdgebrauchshundeverein (JGV) „Olpe“ e.V. als einer der 8 Mitgliedsvereine der Arbeitsgemeinschaft Schweiß „Bergisches Land“ (gegründet 1979) mit der Ausrichtung der 35. Verbandsschweißprüfung (VSwP) „Bergisches Land„ beauftragt. Es handelt sich hierbei um eine Hundeprüfung für Jagdhunde, die zu den 4 bekanntesten und anspruchsvollsten dieser Art in Deutschland zählt – worauf auch alle 8 Mitgliedsvereine stolz sein können.

Schweiß ist in der Jägersprache die Bezeichnung für Blut. Hinter dem Begriff Verbandsschweißprüfung (VSwP) verbirgt sich eine Hundeprüfung die Hund und Führer viel abverlangt, um unter Beweis zu stellen, dass sie auch unter erschwerten Bedingungen in der Lage sind, durch Unfälle oder Schusswunden verletztes Wild aufzuspüren: Die vierbeinigen Aspiranten müssen an einer mindestens 6 m langen Suchleine (Schweißleine in der Jägersprache) dabei nachweisen, dass sie einer künstlich getupften Blutspur folgen und Führerin oder Führer den Weg zum Wild weisen können. Eine solche Prüfung stellt auch laut Prüfungsordnung des Jagdgebrauchshundverbandes (Dachverband des Jagdgebrauchshundewesen) entsprechende Bedingungen an die Prüfungsreviere – wie sie auch hervorragend in den wildreichen Revieren um Engelskirchen (mit den 4 Schalenwildarten von Dam-, Muffel-, Schwarz- und Rehwild) von Walter Stein gegeben sind. Nach der Prüfungsordnung müssen sogenannten Verleitfährten von gesundem Wild vorkommen, denn das Wild wechselt natürlich über die künstliche Fährte. Der zuverlässig arbeitende Hund darf diesen sogenannten Verleitfährten möglichst aber nicht folgen.

Die künstlichen Fährten wurden 20 Stunden vor der Prüfung unter Verwendung eines Tupfstockes und eines Viertelliter Rehwildblut auf eine Länge von mindestens einem Kilometer (je Fährte) getupft. Am Ende der Fährte liegt denn am Prüfungstag ein Stück Rehwild. Dabei handelt es sich um Wild, das bei einem Verkehrsunfall getötet wurde und tiefgekühlt für diese Prüfung aufbewahrt wurde.

Bereits in der Einladung hob der 1. Vorsitzender des JGV „Olpe“ e.V. und Prüfungsleiter Elmar Jürgens die optimalen Bedingungen in den wildreichen Revieren hervor, um die Praxistauglichkeit und damit auch die rechtlichen Voraussetzungen für eine erschwerte Nachsuche bescheinigen zu können.

So konnte denn am Samstag, den 22. Aug. 2015 Elmar Jürgens neben den Gästen, Helfern, Richtern und Richteranwärtern eine Hundeführerin und vier Hundeführer mit Ihren Hunden begrüßen.

Prüfungssieger Foto: Joachim Orbach

Prüfungssieger 2015: Udo Stiefelhagen
Foto: Joachim Orbach

Alle 5 Hunde waren auf der 20-Stunden-Fährte gemeldet. Bester Hund mit einem 1. Preis wurde die Rauhhaar-Teckelhündin „Erka vom Wahlscheidskopf“ mit dem Führer Udo Stiefelhagen. Jeweils einen 3. Preis erhielten die beiden Deutsch Drahthaarrüden „Ratz III Asper“ mit dem Führer Dieter Flick und „Rasko III Asper“ mit dem Führer Peter Schäfer. Die beiden anderen Hunde konnten die schwere Prüfung leider nicht bestehen. Neben der Ehrenmedaille der Landesregierung des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Wanderpreis für den besten Hund der Prüfung wurden noch weiter Preise vergeben.

Wie in jedem Jahr wurde die Prüfung auch mit einem entsprechenden Rahmenprogramm gestaltet. Dieses begann bereits am Freitag, den 21.8.2015 mit der Hubertusmesse in der Kapelle der Malteser Kommende in Schloss Ehreshoven, gehalten von Pfarrer i.R. Rupert Bechheim unter Mitwirkung des Sauerländer Bläsercorps unter Leitung von Bernhard Reuber -die auch viel Beifall erhielten. Die Sauerländer Jägerschaft kann daher stolz auf dieses Bläsercorps sein. Anschließend fand ein gemütliches Beisammensein im Restaurant „Bergische Schweiz“ mit einem von Josef Westermann gehaltenen Vortrag zur Prüfungsordnung statt. Am Samstag ging es denn nach der Richterbesprechung, Auslosung der Fährten und Begrüßung durch den Prüfungsleiter Elmar Jürgens um 8.15 Uhr in die Reviere. Mit der Abfassung der Richter-Obleuteberichte und anschließender Richterbesprechung endete denn der praktische Teil der Prüfung. Auf Einladung des JGV Olpe e.V. wurde um 17.00 Uhr in das Restaurant „Bergische Schweiz“ zu einem gemeinsamen Abendessen eingeladen. Anschließend erfolgte die Preisverteilung, die Ehrung von verdienten Helfern und langjährigen Richtern, dem verblasen der Strecke durch das Sauerländer Bläsercorps -was zur Pflege des jagdlichen Brauchtums gehört. Mit den Schlussworten von Walter Stein fand denn die 35. VSwP „Bergisches Land“ ihren Ausklang.

Ein ganz besonderer Dank gilt Walter Stein und seiner Familie für die alljährlichen Bemühungen und die Bereitstellung der Reviere , ohne die eine Ausrichtung einer so anspruchsvollen Prüfung nicht möglich ist. Ein Dank auch allen Richtern und Helfern.

Im kommenden Jahr wird die 36. VSwP „Bergisches Land“ vom JGV „Bergisch Land“ e.V. ausgerichtet.

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