Kinderstube Natur

Pressemitteilung des LJV Sachsen vom 29.04.2015

Vorsicht vor falscher Tierliebe. Alleinsein bedeutet Sicherheit.

Kitz abgelegt im hohen Gras (Bild: Volker Seifert)

Kitz abgelegt im hohen Gras (Bild: Volker Seifert)

Während die Jungtiere von Wildschwein, Stockente und Hase bereits erste
Gehversuche wagen, erwarten Jäger in den nächsten Wochen den Rehnachwuchs
in den Revieren. Mitunter liegt die Wildtier-Kinderstube an oft genutzten
Wanderrouten und in unmittelbarer Nähe zu Ortschaften. Anlässlich der Brut- und
Setzzeit zahlreicher Wildarten appelliert der Landesjagdverband Sachsen e.V.
(LJVSN) an Erholungssuchende: Abstand halten! Ein kleiner Hase in der Wiese oder
ein einsames Kitz am Waldrand – der Beschützerinstinkt wird bei vielen Menschen
geweckt. Doch, so erklärt Dr. Gert Dittrich, Präsident des LJVSN: „Allein ist nicht
gleich verwaist. Ducken und Tarnen schützt vor Fressfeinden wie dem Fuchs. Das
Muttertier kommt nur zum Füttern vorbei.“ Haftet menschlicher Geruch am
Nachwuchs, verstoßen Reh oder Feldhase ihr Junges – der Hungertod droht. Im
Zweifelsfall sollten Tierfreunde den ortsansässigen Jäger informieren, der den
Zustand der Jungtiere einschätzen kann.

Leinenpflicht für Hunde

In der Zeit von Mitte März bis Mitte Juli gilt in vielen Kommunen eine grundsätzliche
Leinenpflicht für Hunde, die Regelungen sind aber sehr unterschiedlich. Auskunft gibt
das zuständige Ordnungsamt. Dittrich appelliert an Hundebesitzer, in der Brut- und
Setzzeit grundsätzlich auf ausgewiesenen Wegen zu bleiben und ihre Vierbeiner an
der Leine zu führen, wenn sie nicht auf Ruf oder Pfiff reagieren. Trotz der guten
Tarnung sind die Jungtiere freilaufenden Hunden schutzlos ausgesetzt und bieten,
wenn sie einmal entdeckt werden, eine leichte Beute. Auch für werdende Muttertiere
besteht Gefahr: Vor der anstehenden Geburt sind sie stressempfindlich und im
Aktionsradius eingeschränkt. Ein freilaufender Hund kann Rehe zu Tode hetzen oder
Fehlgeburten verursachen. Besondere Achtsamkeit ist geboten, wenn Spaziergänger
auf eine Bache mit Nachwuchs treffen. Wildschweine sind sehr wehrhaft und
verteidigen ihre Frischlinge. Hunde, die sich zu nah an den Nachwuchs wagen,
können so schwer verletzt werden.

Brut- und Setzzeiten der häufigsten Arten

Wildart Brut- und Setzzeit Brutdauer und Tragzeit
Wildschwein Februar-März
(ganzjährig möglich)
16 – 20 Wochen
4 – 10 Frischlinge
Rehwild Mai 40 Wochen
1 – 2 Kitze
Rothirsch Mitte Mai – Mitte Juni 33 – 34 Wochen
1 Kalb
Damhirsch Ende Juni 33 Wochen
1 Kalb
Feldhase Ab März  (bis zu vier mal jährlich) 42 Tage
2 – 4 Junghasen
Kaninchen Ab März  (bis zu vier mal jährlich) 30 Tage
5 – 8 Jungkaninchen
Fasan Mai 24 – 28 Tage
6 – 16 Eier
Stockente März – April 24 – 32 Tage
7 – 11 Eier
Graugans April 28 – 29 Tage
4 – 9 Eier
Feldlerche April – Juli 11 – 14 Tage
3 – 5 Eier

Ansprechpartner:
Steffen Richter
Geschäftsführer
Landesjagdverband Sachsen e.V.
Geschäftsstelle
03514017171
E-Mail: info@jagd-sachsen.de

Dieser Artikel wurde bisher 1069-mal gelesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.