Hubertus-Gedanken

Von Ulrich Dissmann, Reichshof

Auf der Suche nach der jagdlichen Moral

Bild: Reinhard Görgens

Bild: Reinhard Görgens

Die Gründungspersönlichkeiten des DJV, besonders aber das Wild, würden es verdienen,  das Gedankengut unserer waidgerechten Vorfahren aus der Vergessenheit zu lösen und in unsere Gegenwart zu transportieren.

Sie wollten gerne da mithelfen, wo es um die Erhaltung unseres Wildes ging und sie konnten es, weil weit bekannte Spezialisten in Ihren Reihen standen. Ihre Aufgaben und Ziele waren in Kurzform die Erhaltung unseres Wildes, Hochhaltung der Jagdmoral, Förderung der Jagdhunde, Mitarbeit und Unterstützung jagdwissenschaftlicher Forschung, Verhinderung von Forst- und Feldschäden durch zweckmäßige Reviergestaltung und Kenntnis der Lebens-ansprüche von Wildtieren, Zusammenschluss aller Gleichgesinnten der weidgerechten Jagd zu einer gemeinsamen Front!

Ob es heute noch ein Saatbeet gibt, für eine anspruchsvolle waidgerechte Jagd, wenn der LJV Ehrenpäsident Dr. Dieter Deutschle sagt, „die Jagd in Deutschland ist verloddert“, DJV Ehren-präsident Dr. Frank „was auf den Bewegungsjagden abgeht , ist zum Kotzen“. Weil zunehmend Jagdausübung und Wilderermethoden sich in ihrer Ausführung überschneiden und zu Totengräbern des Waidwerks werden, treten waidgerechte Jäger für das Lebensrecht des Wildes ein. Die Kunst des Waldbaus hat sich auf die einzige Maxime verengt : Tötet so viel Schalenwild wie möglich.

Dies alles führt dazu, das die Jagd sich verändert hat und mit ihr die Jäger, der nicht mehr auf Augenhöhe mit der Öffentlichkeit , mit Tier- und Naturschutzverbänden als – moralische Kompetenz – werben kann.

Wir Menschen neigen dazu, uns die Herrschaft über die Erde anzumaßen. Dabei hat schon Hubertus begriffen : Wir sind nicht Herren der Natur, sondern nur Beauftragte der Schöpfungsgeschichte des eigentlichen Herren der Welt.
Solche Hubertusstunden werden uns immer wieder geschenkt. Nicht in der Form von Wunderzeichen wie in der Hubertus-Legende, aber doch inmitten unseres täglichen Lebens. Vielleicht ist es die Begegnung mit einem Menschen, vielleicht eine Rettung aus großer Not. Vielleicht führt Gott uns heraus aus rastlosem Schaffen und Planen hinein in die Stille eines Krankenzimmers. Wir brauchen uns nur die Frage zu stellen: Was will Gott mit dem bezwecken, was mir heute widerfährt? Vieles kann ein Ruf Gottes sein, um uns auf seinen Weg zu bringen.

Möge der Herr der Welt, vor dem Hubertus sein Knie gebeugt hat, uns die Kraft geben, diesen Weg zu sehen und zu gehen. Und möge uns dann am Abend unseres Lebens, wenn die Strecke verblasen wird, das Ganze, volle, ewige Waidmannsheil erwarten.

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Ein Gedanke zu „Hubertus-Gedanken

  1. Ingrid Eckel

    „Auf der Suche nach der jagdlichen Moral“, dieser Beitrag gefällt mir. Hoffentlich lesen ihn auch viele Jäger und fühlen sich dieser neuen Jagdkultur verpflichtet!

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