Gegenwind aus unerwarteter Richtung für Remmel

Von Volker Seifert

Minister Johannes Remmel muss sich auch mit den Protesten des Naturschutzes gegen seine Politik auseinandersetzen.

Die Welt könnte so schön sein für Minister Remmel: Die Verbandsführung von NABU, BUND und Peta soufflieren bei Mate Tee und Tufo-Burger ein neues „ökologisches“ Jagdgesetz, und der Minister trägt es als grüner St. Georg triumphierend durch Kabinett und Parlament. Leider zeigt sich die Jägerschaft und die Landbevölkerung nicht so begeistert und friedfertig wie erhofft. Der Widerstand wird immer stärker und lauter. Wie gut, das es da noch „Heimspiele“ für den Minister gibt. Die Energiewende bietet doch genügend Spielfelder für Grüne Politik, um das Klientel zu beglücken. Aber auch da stellt sich Ungemach ein. Der ländliche Raum möchte sich nicht zubauen lassen mit Windkraftanlagen, die eine schöne neue Zeit verheissen, solange sie vor der eigenen Haustüre stehen.

Windpark im Rothaargebirge © Almut Witzel

Windpark im Rothaargebirge © Almut Witzel

Und wenn Grüne Überlegungen auf die Wirklichkeit treffen, kommt es zu Gegenstimmen, mit denen die Grünen nun gar nicht gerechnet haben dürften.

Die Landesregierung hatte beschlossen, dass bis 2020 in NRW fünf Mal so viel Strom durch Windräder erzeugt werden wie bisher. Der dafür notwendige und vorgesehene Ausbau der Windkraftanlagen findet nun Widerstand im: Naturschutz.

Und zwar nicht bei den Naturschutzfreunden im NABU – nein, Unmut regt sich bei einer erst vor zwei Jahren gegründeten örtlichen Naturschutzvereinigung, die mit Spendengeldern, Politikberatung und Deutungshoheit wohl weniger am Hut zu haben scheint, als mit echter ernster Sorge um die heilen Biotope in der eigenen Heimat. Grund genug für den Landessender WDR, nicht darüber hinwegzusehen, dass Minister Remmel nicht mehr allein von Jägersseit‘ der ersehnte energiereiche Wind mächtig ins Gesicht bläst. Und sich des Themas in einer erneuten Vor-Ort-Veranstaltung für’s Programm anzunehmen.

So veranstaltet der WDR nun am Mittwoch, 14.01.2015 um 19:00 Uhr, in der Schützenhalle Bödefeld eine Podiumsdiskussion zum Thema Windkraft.

Darüber diskutieren auf dem Podium:

  • Johannes Remmel, Umweltminister NRW
  • Bernhard Halbe, Bürgermeister Schmallenberg
  • Jan Dobbertin, Landesverband „Erneuerbare Energien“
  • Josef Tumbrinck, Vorsitzender NABU-NRW
  • Michael Guse, „Vernunftwende“-Bündnis NRW

Der Verein für Umwelt- und Naturschutz Schmallenberg e.V. der sich 2013 aus Protest gegen den Bau von Windkraftanlagen in Raum Schmallenberg gründete, nimmt diese Veranstaltung zum Anlass, seinen Widerstand zu bekunden. Für die Jägerschaft eine bedenkenswerte Gelegenheit, mit eigener Präzenz den Schulterschluss mit der Naturschutz-Basis zu zeigen. Sofern es der – wie den Grünröcken selbst – eben um praxisnahen und angewandten Schutz und nicht um Ideologie und Deutungshoheit geht.

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Ein Gedanke zu „Gegenwind aus unerwarteter Richtung für Remmel

  1. Joachim Orbach

    Bürger vereint Euch gegen unsinnige Gesetze und Vorhaben der Landesregierung NRW. Insbesonder im ländlichen Raum müssen wir uns stärker angagieren!

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