Für Jagd – eine verzweifelte Vereinigung

Von Volker Seifert

Natürlich bin ich für die Jagd und selbstverständlich auch für die Jagd in Deutschland. Aber die neue Gruppierung von Jagdscheininhabern, die sich unter dem gleichnamigen Banner zusammengefunden – oder soll ich sagen zusammengerottet – hat, ist eine höchst zweifelhafte Unternehmung.

Bei allem Wohlwollen, das man „jungen Wilden“ gerne entgegen bringt, sollte doch ein Mindestmaß an guter Kinderstube und intellektueller Redlichkeit erkennbar bleiben.

Alles was man von den Akteuren oder Sympathisanten dieses Grüppchen über Facebook oder deren Internetseite zu lesen bekommt, weckt den Verdacht, es handelt sich dabei um eine Promotionaktion der Jagdgegner. Ich fürchte jedoch, dass sie wirklich glauben, das sie der Jagd einen großen Dienst erweisen, wenn sie durch Beleidigung, Verunglimpfung und Denunziation die Jagdgegner „in die Schranken weisen“. Wer solche Fürsprecher – oder selbsternannte „Botschafter“ – hat, braucht keine Feinde mehr.

Da werden keine Argumente für die Jagd dargelegt, sondern nur dumpfe Phrasen in einem Stil verbreitet, die aus der vorletzten Schublade gekrochen kommen.

Das kann einen ja eigentlich gleichgültig sein, jeder macht sich halt so gut lächerlich wie er kann. Das Auftreten jedoch, erweckt den Anschein, das diese Gruppierung einen großen Rückhalt innerhalb der Jägerschaft hat. Und dies hoffe ich doch bezweifeln zu dürfen.

Sollte diese Verbindung sich ernsthaft für die Belange der Jagd einsetzen wollen, sollte sie ihre Einlassungen Versachlichen und nicht weiter auf einem Niveau agieren, das jeden Jagdkritiker vor Lachen die Tränen in die Augen schießen lässt. Und sollte sie dies nicht können, wäre es besser für die Belange der Jagd, sie würde ihre Aktivitäten gänzlich einstellen.

Link: Für Jagd in Deutschland

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3 Gedanken zu „Für Jagd – eine verzweifelte Vereinigung

  1. Ernst Kerber

    Der obigeText lässt erahnen, dass der Schreiber sich sehr unwohl fühlt im Angesicht dieser neuen Vereinigung. Dass er fürchtet, was dahinter steckt. Nämlich der Unmut der Basis, das Brodeln des Kessels, der irgendwann überkochen wird.
    Mir macht es auf jeden Fall sehr viel Spass, den jungen Jägern bei Für Jagd in Deutschland zuzuschauen und bin schon sehr gespannt auf die nächsten Ideen.
    Brav kann doch jeder…
    Von mir gibts ein „Daumen hoch“

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  2. Katja Triebel

    Der größte Feind und Kritiker kommt immer aus den eigenen Reihen.

    Von mir gibt es nicht nur einen „Daumen hoch“, sondern unsere Community hat die FJD als Partner gelistet, da ich die Protagonisten dort persönlich kenne.

    Da gerade die militanten Jagdgegner wie aufgeschreckte Hasen auf die FJD reagieren, ist deren frecher Umgang erfolgversprechend.

    Zu dem ist dieser Weg nur einer von vielen, um die Jagd in die Öffentlichkeit zu bringen. Wie heißt es so schön: „Es gibt keine negative Werbung!“ Wenn man über dich spricht – auch kritisch, dann hast du schon einiges erreicht.

    Die FJD behauptet nicht, für DIE Jägerschaft zu sprechen oder DIE Jäger zu repräsentieren.

    Die Initiative ist einfach nur eine Gruppe von engagierten und erfahrenen Jägerinnen und Jägern, die genug haben vom Kuschelkurs der Verbände – wobei ihnen bewusst ist, dass den Verbänden aus diplomatischen und vereinsrechtlichen Gründen auch oft die Hände gebunden sind.

    http://german-rifle-association.de/brothers-in-arms/

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    1. Josefine

      „Bei allem Wohlwollen, das man „jungen Wilden“ gerne entgegen bringt, sollte doch ein Mindestmaß an guter Kinderstube und intellektueller Redlichkeit erkennbar bleiben.“
      Schön, wenn man mit solchen Attributen bedacht wird. FJD, darauf könnt ihr stolz sein. Der Begriff „Junge Wilde“ stammt ursprünglich aus den 1920er und 30er Jahren, und bezeichnete junge Physiker, die mit neuen Denkweisen die Quantenphysik vorantrieb. Später wurde der Begriff in Malerei der späten 1970er- und frühen 80er-Jahre und danach auf Politiker umgedeutet. Mittlerweile wird der Ausdruck in allen Gesellschaftssegmenten verwandt, wenn von Personen oder Gruppierungen die Rede ist, die im Begriff sind, die „Etablierten“ zu verdrängen (Sport, Literatur, Theater-, Film-, Kochkunst usw.).
      Als Junge Wilde wurden Ende der 1990er innerhalb der politischen Parteien in Deutschland Jungpolitiker bezeichnet, die eine von der Linie der Parteispitze abweichende Meinung propagierten. Diese finden wir heute oft als Ministerpräsidenten ihrer Bundesländer, Minister oder einflussreiche Funktionäre ihrer jeweiligen Parteien auf Landes- oder Bundesebene.
      Gute Kinderstube bedeutet nicht notwendigerweise sich alles gefallen zu lassen, sondern genug Selbstbewusstsein zu haben sich nicht nur bieder brav, sondern unter Ausnutzung aller rhetorischen Mittel, auch der Polemik, gegen Diffamierungen zu wehren. Der geneigte Leser hat sicher festgestellt, dass auf jede Polemik ein sachlicher Artikel folgt.
      Ich frage mich, welcher Motivation die Kritik der Herren Fügner und Seifert entspringt. Wenn es nur eine „Stilfrage“ ist, sollten solche Empfindlichkeiten der gemeinsamen Sache untergeordnet werden. Jeder kämpft anders. Wenn die tatsächliche Triebfeder allerdings Neid auf die positive Resonanz der Basis ist, mutet der Begriff, der „intellektuellen Redlichkeit“ merkwürdig an.
      In diesem Sinne FJD, bleibt jung und wild, unbequem und plakativ!

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