Fuchsbejagung durch Baujagd ist unverzichtbar

Von Joachim Orbach

Foto: Georg Uphues

Foto: Georg Uphues

Genau wie in früherer Zeit werden in der heutigen Zeit auch Füchse noch wegen des Balges und der Niederwildhege bejagt, aber auch andere Gründe spielen eine große Rolle. Einmal ist eine Regulierung der gebietsweise stark überhöhten Fuchsbesätze aus ökologischen Gründen in unserer gewachsenen Kulturlandschaft unabdingbar, und dann spielt die Bekämpfung von Seuchen in einem dichtbesiedelten Land wie Deutschland eine nicht zu unterschätzende Rolle. Dieser Tatsache sollte sich auch jeder Politiker bewusst sein, der verantwortungsbewusst in der Jagdgesetzgebung handelt. Mit steigenden Fuchsbesätzen wachsen nämlich die Gefahren von Seuchen wie Räude, Aujeszkysche Krankheit, Staupe, Fuchsenzophalitis, Fuchsbandwurm und in der Vergangenheit auch der Tollwut. Aber auch im Sinne der Erhaltung der Artenvielfalt in Wald und Feld ist es heute dringender denn je angesagt, den ausgesprochenen Kulturfolger Fuchs durch alle jagdlichen Möglichkeiten intensiv zu bejagen und damit eine überhöhte Population zu verhindern. Hierbei sollten alle Verantwortlichen einmal bedenken, wie in der Vergangenheit auch Aktionen der Behörden versagten, was auch in der heutigen Zeit geschehen kann, wenn falsche Entscheidungen gefällt werden.

Die hohe Flexibilität des Fuchses, nicht nur bei der Wahl der Geheckbaue, ließ die unselige europaweite Begasungsaktion der Baue zur Welpenzeit im Rahmen der Tollwutbekämpfung Ende der 60er Jahre scheitern. Die Begasung traf derzeit nicht wie beabsichtigt die Füchse, sondern -mit dem Artenschutz wenig zu vereinbaren- den „reinen“ Erdbewohner den Dachs. Bekanntlich gingen danach die Dachsbesätze zurück, haben sich aber in der Zwischenzeit mehr als erholt.

Die Jäger sind durch das Gesetz verpflichtet, wegen der Gesundheit des Wildes, aus Gründen der Tierschutzrelevanz sowie der volkswirtschaftlichen Komponente Aufgaben der Überwachung und Bekämpfung von Wildseuchen zu übernehmen. Weiterhin sollen Jäger ja noch zum Erhalt eines artenreichen Wildbestandes beitragen. Damit ist die Jagd auf Raubwild, insbesondere auf den Fuchs, zeitgemäß und unverzichtbar. Eine nachhaltige Populationsregulierung durch Treib -, Drück – und Ansitzjagd allein ist aber nicht möglich, wie es die Vergangenheit uns bewiesen hat. Daher sind die Möglichkeiten der Bau – und natürlich auch der Fallenjagd zu nutzen. Zu dieser Schlussfolgerung gelangte auch bereits 1989 der bekannte Prof. Dr. L. G. Schneider als Direktor des WHO Tollwutzentrum an der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere in seinem Artikel „Notwendigkeit der Bejagung des Fuchses in Deutschland“ (DJV-Nachrichten 2/1989).

Foto: Dieter Honsálek

Foto: Dieter Honsálek

Die Baujagd mit firmen Erdhunden in den Herbst- und Wintermonaten, also in einer Zeit, in der es keine Kinderstube gibt, ist zugleich spannend und lohnend. Besonders wenn bei winterlicher Bodenjagd zur Zeit der Ranz mehrere Füchse zugleich im Bau stecken und gesprengt werden. Und was wichtig ist, die im Winter erlegten Füchse sind in der Regel sogn. Standfüchse. Überdies ist diese Jagdart von hohem Reiz für jeden Jäger, der seine Befriedigung auf der Jagd nicht am kunstlosen Totschießen sucht, sondern Freude an der errungenen Beute und am feinen Zusammenspiel mit den Hunden findet. Ebensowenig taugt die Bodenjagd für denjenigen, der glaubt, der Fuchs sei „überflüssig“ und gehöre nicht in unsere Wildbahn. Da der Jäger Füchse sprengen will, ist die Baujagd auch nicht mit einer Hetzjagd zu vergleichen, sondern ist mit einer Stöberjagd unter Erde. Damit ist die Baujagd auch eine tierschutzkonforme Jagdart genau wie alle anderen Jagdarten bei denen brauchbare Hunde erforderlich sind.

Es ist für die Baujagd aber auch wichtig gewisse Grundregeln zu beachten:

Joachim Orbach, Ruhe am Bau! Wild und Hund online

Joachim Orbach ABC der Bodenjagd, jagderleben online

Was die Einarbeitung und die Eignungsbewertung von Erdhunden anbelangt, so möchte ich noch auf das Positionspapier der Jagdkynologischen Vereinigung BW im JGHV hinweisen.

Im Oktober 2013 veröffentlichte der Deutsche Jagdverband ein Video zur tierschutzgerechten Hundeausbildung an lebenden Tieren zum Thema „Schliefenanlagen“.

Eine interessanten Artikel zur Notwendigkeit der Baujagd hat auch der Internationale Baujagdverein auf seiner Internetseite veröffentlicht.

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