Einstellung der Fuchsjagd in Luxemburg

FSHCLPosition der FSHCL zur beabsichtigten Einstellung der Fuchsjagd in Luxemburg

Die FSHCL vertritt den Standpunkt, dass die Jagd im Großherzogtum Luxemburg, so wie das
neue Jagdgesetz dies verlangt, im Interesse der Allgemeinheit ausgeführt werden muss. Wie in der Vergangenheit bietet die Jägerschaft auch in Zukunft unserem Land und unserer
Bevölkerung bedeutende Hilfestellungen an, wenn es um die Regelung von Wildtierpopulationen geht. Wie bedeutend diese Hilfestellungen sind, sieht man an der Tatsache, dass von den Jägern für Reh-, Rot- und Schwarzwild minimale Abschusszahlen, unter Androhung von Disziplinarmaßnahmen, gefordert werden. Es ist für uns Jäger umso befremdlicher, dass jetzt die Jagd auf den Rotfuchs in Luxemburg eingestellt werden soll. Da der Fuchs ein opportunistischer, sehr anpassungsfähiger Beutegreifer ist, sind seine Populationen weitgehend unabhängig von denen seiner Beutetierarten. In unseren Breitengraden können höchstens Klimaextreme und die Tollwut die Fuchsbestände empfindlich reduzieren. Und beides tritt höchst selten auf. Ein Verzicht auf die Fuchsjagd wird kurzfristig dazu führen, dass die Fuchsbestände in Luxemburg stark ansteigen (x2 oder x3) mit weitreichenden Folgen für unsere Biodiversität, unsere Landwirtschaft und unsere Bevölkerung so dass wir uns Sorgen machen, inwiefern wir die Jagd in Luxemburg auch noch in Zukunft im Interesse der Allgemeinheit ausführen können.

Wir haben Verständnis dafür, dass der Staatssekretär im Umweltministerium auch seine
ideologisch motivierte Klientel bedienen muss, wir bedauern aber, dass hierfür die Allgemeinheit herhalten muss. Die Hilflosigkeit und der Dilettantismus unserer Autoritäten
wurden uns vor einigen Monaten eindringlich unter Beweis gestellt. Ein ausländischer „Experte“ plädierte während einer Versammlung des Conseil Supérieur de la chasse
dafür, die Fuchsjagd zu überdenken, da sie zuaufwendig sei. Die Berechnungen des Experten ergaben, dass in seinem Studiengebiet rund 30 Stunden Aufwand betrieben werden muss, um einen einzigen Fuchs zu erlegen. Wir haben ihn daraufhin informiert, dass die Fuchsstrecke Luxemburgs, im Mittel 3000 pro Jahr, fast ausschließlich während der Treibjagden erlegt wird. Was für ihn einen Extrazeitaufwand von 100.000 Stunden bedeuten würde, wird in der Realität in Luxemburg ohne den geringsten Zeitaufwand realisiert.
Nachfolgend präsentieren wir Ihnen eine Liste der sicheren oder wahrscheinlichen Folgen einer Steigerung der Fuchspopulation Luxemburgs von aktuell etwa 6000 auf 12000.

1. Epidemiologen bezeichnen den Fuchs als einen der Hauptverbreiter der afrikanischen
Schweinepest, die sich aktuell von der weißrussisch-polnischen Grenze aus in unsere
Gegenden ausbreitet. Selbst bei sehr geringen Wildschweinpopulationen sorgen hohe
Fuchsdichten durch ihren Aaskonsum dafür, dass das Virus flächendeckend verbreitet
wird. Unsere Landwirte werden mit immer neuen Vorschriften zur Vermeidung von
Seuchen konfrontiert. Eine Verdoppelung der Fuchsdichten würde sie vor ausweglose
Situationen stellen. Es sind Fälle bekannt, wo mehrere hungrige Füchse gebärendes Vieh
regelrecht umzingelt haben! Eine Ausbreitung der afrikanischen Schweinepest inunserer Gegend würde übrigens Kosten in Höhe von etwa zwei Milliarden Euro verursachen.

2. Rund ein Drittel der Füchse Lothringens und wohl auch Luxemburgs sind Träger des
Fuchsbandwurms. Jährlich sterben in Europa 20-30 Menschen an einer Infektion,
verursacht durch das Verschlucken von Larven dieses Parasiten. Bei niedrigen
Fuchsdichten, z.B. 2 pro 100 Hektar Wald, ist das Risiko der Ansteckung sehr gering, weil
die Füchse dann genug Nahrung im Wald finden und auf Kontakte mit Menschen
verzichten können. Eine Verdoppelung der Fuchsdichte, so wie sie bei einem
Jagdverzicht zu erwarten ist, führt dazu, dass weit überproportional häufig infizierende
Exkremente in unseren Gärten und auf unseren Spielplätzen zu finden sein werden. Da
die Infektionsrate proportional ist zu der Zahl an menschlichen Kontakten mit
infizierenden Exkrementen, bei gleichbleibenden hygienischen Vorsichtsmaßnahmen,
kann man davon ausgehen, dass eine Verdopplung der Fuchspopulation zu einer
Verzehnfachung der Krankheitsfälle durch den Fuchsbandwurm führen wird. Der
Vorschlag des Staatssekretärs im Umweltministerium, die Fuchsjagd versuchsweise für
zuerst einmal 1 Jahr zu stoppen, zeugt daher von blankem Zynismus, wenn man
bedenkt, dass die ersten Symptome einer Erkrankung oftmals erst nach mehr als zehn
Jahren auftreten!

3. Viele Mitbürger glauben, die Tollwut wäre besiegt. Weltweit sterben aber immer noch
rund 55000 Menschen pro Jahr einen furchterregenden Tod durch diese Seuche. Auch in
Mitteleuropa kommt die Tollwut noch regelmäßig vor. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis
ein Tollwutfall bei uns auf eine nicht geimpfte Fuchspopulation prallt. Wenn in diesem
Fall die Fuchsdichte hoch ist, wird sich die Seuche wie ein Lauffeuer verbreiten;
tausende Haustiere werden betroffen sein, ebenso wie hunderte von Menschen. Ist die
Fuchsdichte aber niedrig, bleibt der Krankheitsherd vorübergehend isoliert, so dass
vorbeugende Impfmaßnahmen eine weitere Verbreitung der Krankheit verhindern
können.

4. In unseren Gegenden gehören die Bodenbrüter zu den akut gefährdeten Tierarten.
Schutzmaßnahmen und Biotopverbesserungen stellen für diese Arten wahre
Himmelfahrtskommandos dar: Sie werden in Schutzgebiete gelockt, um dort zu quasi
100% an die nicht bejagten, sehr zahlreichen Füchse verfüttert zu werden (Konzept der
Prädatorenfalle) Füchse sind Nahrungsopportunisten: sie ernähren sich immer von dem,
was am einfachsten zu erbeuten ist. Weil die Auswahl für sie sehr groß ist, können hohe
Fuchsdichten dazu führen, dass nacheinander mehrere Tierarten ausgerottet werden,
ohne dass sich dadurch etwas an der Fuchsdichte ändern würde. Es bringt überhaupt
nichts, das Haselhuhn mit Biotopverbesserungen schützen zu wollen, wenn man
gleichzeitig den Fuchs nicht bejagt. Es ist absolut vorstellbar, dass ein Jagdverzicht auf
den Fuchs nach einigen Jahren nichts gebracht hat, außer der definitiven Ausrottung des
Haselhuhns!

5. Aus der Sicht des Tierschutzes ist das Verbot der Fuchsjagd eine besonders
heimtückische Mogelpackung. Bei einer korrekten Fuchsbejagung sind die Füchse
allgemein gesund. Im Falle des Verzichts von Bejagung wird immer wieder argumentiert,
die Natur regle den Bestand „selbst“. Dies ist eine fiese Beschönigung von äußerst
leidvollen und schmerzhaften Abläufen. Die Natur regelt überhaupt nichts!! Es ist der
Hungertod und es sind die Krankheiten(z.B. die Räude) die durch den Hunger verursacht
werden, durch welche die geschwächten Tiere leidvoll sterben. Wer einen Verzicht auf
die Fuchsjagd fordert ist in der Tat ein Tierquäler.

Zusammenfassend sind wir der Meinung, dass ein Verbot der Fuchsjagd katastrophale Folgen für Luxemburg haben wird, Folgen von welchen einige erst Jahre oder sogar Jahrzehnte nach dem Anstieg der Fuchspopulationen sichtbar werden (z.B. Artenverlust,
Fuchsbandwurm). Ein Verbot der Fuchsjagd stellt eine verantwortungslose Initiative dar, welche weder dem „Principe de précaution“, noch den aktuellen wissenschaftlichen Vorgaben Rechnung trägt. Wir bitten den Staatsrat in jedem Fall darauf zu achten, dass eine Stellungnahme der Veterinärinspektion eingeholt wird. Außerdem bitten wir den Staatsrat, im Vorfeld zu klären, wer verantwortlich gemacht werden kann, für die absolut vorhersehbaren Folgen einer Initiative, welche alle, die wirklich mit dem Fuchs konfrontiert sind (Waldarbeiter, Bauern, Kleintierzüchter, Gärtner, Pilzsucher) gelinde ausgedrückt, als groben Unfug empfinden.

Fédération St. Hubert des Chasseurs du
Grand-Duché de Luxembourg (FSHCL)

Dieser Artikel wurde bisher 8114-mal gelesen.

8 Gedanken zu „Einstellung der Fuchsjagd in Luxemburg

  1. Karl Sauer Wildsachverständiger

    Woher die Jäger ihre biologischen Kenntnisse wohl haben? Aus Märchenbüchern oder der Jagdfiebel?
    Es sterben nich 20-30 Leute jährlich an Fuchsbandwurm sonder erkranken daran.
    Quelle: Robert Koch Institut
    Die Fuchspopulation wird sich kaum erhöhen. Zwar ist der Fuchs sehr Anpassungsfähig was die Nahrung angeht, aber er hat feste Reviere was Jäger gerne verschweigen. Jeder Konkurent wird aus dem Revier gejagt. Somit kann sich die Population kaum erhöhen.
    Die Verbreitung der Schweinepest durch Füchse ist ein Märchen. Es gibt keinerlei Belege dafür.
    Weiterhin ernährt sich der Fuchs hauptsächlich von Mäusen (80%). Was die Jäger hierbei verschweigen ist die Tatsache das der Fuchs dadurch die Ausbreitung des gefährlichen Hantavirus verhindert, der durch Mäuse übertragen wird und an dem jährlich bis zu 2000 oder mehr Menschen erkranken. Also rund 800% mehr als an Fuchsbandwurm. Die Symptome sind ähnlich wie bei Ebola. Es kann zu inneren Blutungen und Organversagen kommen.
    Quelle: Rober Koch Institut.
    Sie sehen die Jäger verschweigen sehr viel. Aber dafür gibt es schließlich Wildsachverständige die aufklären.
    Warten wir ab wie es sich in Luxenbour entwickelt. In Deutschland sind die Zahlen im Tal der Füchse indem die Fuchsjagd verboten ist seit vielen Jahren stabil. Auch das wird verschwiegen.

    Antworten
    1. Frank Martini

      Sehr geehrter Herr Sauer,

      oder nur ein Pseudonym? Es mag sein, dass „Jäger“ (man beachte die für einen Sachverständigen eloquent differenzierte Argumentation!) manches aus schierem Nichtwissen verschweigen.

      Dass dagegen die Verbreitung von KSP „durch Jäger“ behauptet würde, ist mir neu! Welches Märchen habe ich da versäumt zu lesen?

      Also, ich bitte höflich um sachliche Beiträge in diesem Portal – und darum, ungewöhnliche Tatsachenbehauptungen mit konkreteren Quellenhinweisen zu belegen, als einem pauschalen Verweis auf das RKI. Auch über etwas mehr orthografische Sorgfalt würden wir uns freuen!

      Mit freundlichen Grüßen
      F. Martini

      Antworten
    2. Alex

      Sehr geehrter Herr Martini!
      Warum gehen Sie denn nicht auf das Beispiel Genf ein?

      Eine Antwort hieraus ergibt sich bereits aus Ihrem Text. Ihre Aussage: „Wie bitte, lieber Anonymus, unterscheidet sich “professionelles Wildtiermanagement” im Ergebnis des Tuns der von Ihnen als “Hobbymörder” diskreditierten Personen?“

      Dieser Satz beweist ganz klar dass Sie sich mit dem Thema Genf noch überhaupt nicht aus einander gesetzt haben.
      Wer sowas schreibt hat von Genf keine Ahnung!
      Na ja, halt eben soviel Ahnung was der Jägerstammtisch so her gibt – stimmt’s Herr Martini?

      Genf beweist bereits seit 40 Jahren, dass es viel besser läuft als mit der bei uns bestehenden Hobby Jagd!
      Genf beweist auch, dass die Jagd auf Beutegreifer ökologisch und auch aus Tierschutzgründen, sowie zur vermeintlichen Seuchenbekämpfung völliger Unsinn ist.
      Wie gesagt – seit 41Jahre (sind es mittlerweile) !

      Wegen Genf musste bereits der Dachverband der Jäger in der Schweiz öffentlich einräumen:
      Zitat: „Auch JagdSchweiz weiss, dass sich Wildtierbestände grundsätzlich – auch in unserer Kulturlandschaft – von selber regulieren würden.“ (JagdSchweiz, 29.08.11 (1))“.

      Deswegen ist es für mich auch zu tiefst erdrückend diese Schauermärchen über den Fuchs und über die vermeintliche Katastrophe beim Einstellen der Jagd auf Füchse lesen zu müssen.

      1. Gibt es etliche Gebiete in denen Füchse seit Jahrzehnten nicht mehr bejagt werden.
      Die Erfahrungen dort strafen alle Eure vermeintlichen Argumente hier pro Fuchsjagd Lügen!

      2. Ihr seid noch nicht mal bereit 1 Jahr lang auf die Fuchsjagd zu verzichten.
      Ein simpler Feldversuch. Wenn Ihr Recht behaltet dann werden wir das ja dann sehen – oder etwa nicht?

      Dass Ihr aber noch nicht mal dazu bereit seid lässt mich was ganz anderes vermuten!

      Ich denke, Ihr Jäger wollt das nicht weil es eben genau das beweisen würde was die Luxemburgische Regierung behauptet und dass die vermeintliche Notwendigkeit der Fuchsjagd als das entlarvt wird (wie gesagt, da gibt es schon genügen Beispiele) was es eigentlich ist.

      Nichts weiter als ein Alibi, eine billige Rechtfertigung um den Spaß an der Jagd auf Füchse zu Kaschieren.

      Und genau das, darf natürlich nicht Publik werden, bzw Schule machen!

      Mit freundlichen Grüßen
      Alex

      Antworten
  2. Professionelles Wildtiermanagement

    Jägerlatein ist eben nicht Wissen. Im Kanton Genf gibt es seit mehreren Jahrzehnten ein totales Jagdverbot für die Hobbymörder. Nie war die Biodiversität grösser und die Bevölkerung zufriedener.

    Antworten
    1. Frank Martini

      Wie bitte, lieber Anonymus, unterscheidet sich „professionelles Wildtiermanagement“ im Ergebnis des Tuns der von Ihnen als „Hobbymörder“ diskreditierten Personen?

      Und: Haben Sie sich mal mit den Nutzungsbedingungen und der Netikette dieser Site befasst? Sollten Sie aber – denn solch unqualifizierte Beleidigungen lassen wir nur ausnahmsweise durchgehen. Wir sind ein Fachportal – Trolle sind bei uns zum Totalabschuss freigegeben!

      Auf Ihre umfänglich belegten Behauptungen zur Biodiversität und Bevölkerungszufriedenheit in Genf einzugehen erspare ich mir an dieser Stelle.

      Mit freundlichen Grüßen
      Frank Martini

      Antworten
  3. Pingback: Im Tal der Trolle | JagdWissen

  4. Franz Neumayer

    Es ist richtig, der Fuchs ist ein Nesträuber und gefährlich für Bodenbrüter. Im Gegensatz zu manchen Jägern tötet er aber nicht aus purer Lust, sondern um sein Überleben zu sichern.
    Die Behauptungen von wegen Fuchsbandwurm, Tollwut usw. sind für mich fadenscheinige Argumente, um die Mordlust weiterführen zu können.
    Ich würde mich schämen, mit solchen Behauptungen Panik zu machen.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.