DJV – Eckpunktepapier

Künftiges Management des Wolfes in Deutschland

Pressemitteilung des Deutschen Jagdverband vom 21.03.2014

(Foto: DJV/ Rolfes)

(Foto: DJV/ Rolfes)

 

Die Populationsentwicklung des Wolfes in Deutschland verläuft sehr dynamisch. In Anlehnung an Erfahrungen aus Schweden kann derzeit mit einem jährlichen Zuwachs von bis zu 30 Prozent gerechnet werden. Diese Entwicklung wird nicht ohne Konflikte bleiben. Grundvoraussetzung für das Management ist der Aufbau eines soliden, internationalen Monitorings, inklusive populationsgenetischer Untersuchungen. National sollte dies von einer Bundeseinrichtung koordiniert werden. Die Jägerschaft ist sowohl bei der praktischen Feldarbeit als auch bei der Bewertung der Ergebnisse zur Akzeptanzförderung dauerhaft einzubinden. Die Ergebnisse sind zeitnah zu veröffentlichen und der Austausch darüber zu fördern.

Dies setzt gegenseitige Akzeptanz, Ehrlichkeit und Offenheit zwischen allen Beteiligten voraus. Die Argumente der ländlichen Bevölkerung müssen ernst genommen werden, dies gilt auch für die berechtigten Anliegen der Jägerschaft, natürliche Ressourcen nachhaltig nutzen zu wollen.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) fordert einen offiziellen, nationalen Wolf-Managementplan, der sich an internationalen Vorgaben orientiert und auch die berechtigten Interessen der Menschen im ländlichen Raum berücksichtigt. Der Managementplan, der auch die Bestände der Beute tiere des Wolfes mit einbezieht, muss konkrete Handlungsempfehlungen für bekannte Konfliktszenarien (auch Seuchenprophylaxe) enthalten und stellt damit den Rahmen für die Wolf-Managementpläne der Länder dar.

Basierend auf den Ergebnissen des Monitorings kann von einer paritätisch, international
besetzten Expertengruppe eine Einschätzung der aktuellen Bestandssituation der Wolfspopulation vorgenommen werden.

Wissensdefizite zur Raumnutzung des Wolfes in der Kulturlandschaft sind abzubauen, um möglichst realitätsnahe Habitatmodelle entwickeln zu können.
Dabei ist auch die sozio-ökonomische Tragfähigkeit des Lebensraumes in Deutschland zu berücksichtigen.

Auch offene Fragen der Jägerschaft sind zu klären.
Welchen Einfluss hat der Wolf auf die Wildtierbestände und deren Lebensräume?
Welche Konsequenzen hat dies für die jagdliche Praxis (etwa: Abschussplanung; Verbreitung von Wildtierkrankheiten wie Tollwut, Staupe, Räude, Aujeszkysche Krankheit, klassische und afrikanische Schweinepest; Gefahr für Hunde bei Drückjagden; Verpachtbarkeit von Revieren)?

Vor dem Hintergrund, dass der von der FFH-Richtlinie geforderte „günstige Erhaltungszustand“ voraussichtlich in einigen Jahren erreicht wird, fordert der DJV die Verantwortlichen von Bund und Länder auf, sich schon jetzt damit auseinanderzusetzen, wie die zunehmende Wolfspopulation auf einem stabilen, den Lebensraumbedingungen angepassten Niveau gehalten werden kann. Anhangsänderungen der FFH-Richtlinie mit den entsprechenden Konsequenzen müssen dabei in Betracht gezogen werden.

Die Jägerschaft wird ihren gesellschaftlichen Beitrag zum Erhalt der Wolfspopulation in Deutschland leisten und unterstützt sowohl Monitoring als auch Grundlagenforschung
zum Wolf.

Pressekontakte:

Torsten Reinwald, Pressesprecher Deutscher Jagdverband e. V. (Tel. 030/ 2091394-23, Fax: 030/ 2091394-25, pressestelle@jagdverband.de, www.jagdverband.de)

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