Die Ansprache der Pirschzeichen am Anschuss – Schlussfolgerungen

Röhrenknochensplitter (Foto: Karl Bergien)

Röhrenknochensplitter (Foto: Karl Bergien)

Ähnliches gilt bei Pansen-/Weidsack-Schüssen, Schüssen durch das kleine Gescheide sowie Krell-, Hals/Träger- und Keulenschüssen – insbesondere bei Schwarzwild und den übrigen Hochwildarten.
Bei Pansenschüssen ist der auf dem Anschuss liegende Inhalt noch sehr groß und die Pflanzenteile sind noch optisch ohne Hilfsmittel erkennbar. Bei Treffern im kleinen Gescheide ist dessen Inhalt creme- beziehungsweise spinatartig, die Pflanzenteile sind

Panseninhalt, die Struktur der Pflanzen ist noch gut zu erkennen, bei Darminhalt wäre nur noch ein Pflanzenpüre (Foto: Karl Bergien)

Panseninhalt, die Struktur der Pflanzen ist noch gut zu erkennen, bei Darminhalt wäre nur noch ein Pflanzenpüre (Foto: Karl Bergien)

bereits völlig aufgeschlossen und nicht mehr erkennbar. Bei Sauen kann man heute getrost davon ausgehen, dass man bei Weidsackschüssen stets zerkauten oder auch unzerkauten Mais auf dem Anschuss finden wird!
Viele und eindeutig der oberen Rumpflinie zuzuordnende Haare/Borsten, etwas „zerstäubtes“ Wildbret und manchmal auch kleine und dünne Knochensplitterchen von einem Dornfortsatz der Wirbelsäule lassen mit hoher Sicherheit einen Träger- /Krellschuss vermuten. Diese Stücke sind zwar oft auch mit dem besten Hund nicht zu

Leberschweiß mit Leberstücken (Foto: Alexander Kelle)

Leberschweiß mit Leberstücken (Foto: Alexander Kelle)

bekommen – im Sommer sind solche Stücke aber, wenn sie sich die Wunde nicht durch Lecken selbst sauber halten können, meist verloren. Vor allem Sauen werden manchmal von den Maden regelrecht aufgefressen. Sie können sich infolge ihres starren Knochengerüstes nicht lecken, und wenn sie die Wunde nicht täglich in seiner Suhle sozusagen mit Schlamm abkapseln, legen Fliegen ihre Eier hinein und die Maden beginnen in der Folge ihre Arbeit.

Viele und bisweilen grobe Wildbretteile deuten stets auf einen Keulenschuss hin. Keulentreffer liefern im ersten Teil der Wundfährte fast immer sehr viel Schweiß, weil ja dort eigentlich in der Regel große Blutgefäße getroffen beziehungsweise zerschossen worden sind.
Jeder Jäger, der einen eigenen Jagdgebrauchshund führt, sollte dessen Grenzen genau kennen und wissen, wann er ihn auf einer Wundfährte einsetzen kann und darf. In welchen Fällen das Tierschutzgesetz

Hier hat die kranke Sau einen liegenden Stamm überfallen und dabei Schweiß abgestreift (Foto: Alexander Kelle)

Hier hat die kranke Sau einen liegenden Stamm überfallen und dabei Schweiß abgestreift (Foto: Alexander Kelle)

(Schmerzen und Leid kranken Wildes müssen so schnell wie irgend möglich beendet werden) berührt werden könnte und wann es nur noch um das rechtzeitige Finden des Stückes und damit seine sinnvolle Verwertung geht – darüber später mehr.

Auszug aus: Bernd Krewer: Rund um die Nachsuche. Melsungen: Neumann-Neudamm, 2. überarbeitete. und erweiterte Auflage, 2011, S. 44-56

Mit freundlicher Genehmigung des Neumann-Neudamm Verlag

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Ein Gedanke zu „Die Ansprache der Pirschzeichen am Anschuss – Schlussfolgerungen

  1. Joachim Orbach

    Hinweis für Hegeringe und Jagdgebrauchshundevereine:

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    Joachim Orbach

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