Die Ansprache der Pirschzeichen am Anschuss – Schlussfolgerungen

Milzstückchen mit Schweiß (Foto: Karl Bergien)

Milzstückchen mit Schweiß (Foto: Karl Bergien)

Der Schweiß ist das klassische Pirschzeichen auf dem Anschuss und beweist absolut eindeutig, dass das Stück die Kugel hat. Die Farbe des Schweißes hat längst nicht die Bedeutung, die ihr so oft zugemessen wird. Natürlich kann man den braunen Leberschweiß gut von dem helleren und „röteren“ Wildbret- oder Lungenschweiß unterscheiden, ab:

– Bei Frost wird selbst dunkler Schweiß, wenn er bespielsweise auf gefrorenes Holz aufspritzt, sofort

Hellroter Wildbretschweiß mit hineingelaufenem, zu kleinen Kügelchen geronnenem Knochenmark. Die scheinbare Bläschenbildung kann leicht zur Verwechslung mit Lungenschweiß führen (Foto: Karl Bergien)

Hellroter Wildbretschweiß mit hineingelaufenem, zu kleinen Kügelchen geronnenem Knochenmark. Die scheinbare Bläschenbildung kann leicht zur Verwechslung mit Lungenschweiß führen (Foto: Karl Bergien)

sehr hell und bleibt auch hell.
– Heller Lungenschweiß, der mehrere Stunden der Sonne und der Wärme ausgesetzt war, verliert seinen Feuchtigkeitsgehalt und wird „dunkel“.

Wer diese witterungs- und zeitabhängigen Veränderungen nicht kennt, kann leicht die falschen Schlüsse ziehen.
Findet man mit dem Auge wegen der bereits eingetretenen Dämmerung (Rot ist die erste Farbe, die im Dämmerlicht sozusagen verschwindet) keinen Schweiß mehr, so ist es zweckmäßig, mit einem Papiertaschentuch den Anschuss (und auch ein Stück dahinter – in Richtung eines etwaigen Ausschusses) abzutupfen. Jeden noch so kleinen Schweißspritzer wird uns das Papiertaschentuch zeigen.

Eingetrockneter Lungenschweiß - die kleinen Bläschen sind noch gut zu erkennen (Foto: Karl Bergien)

Eingetrockneter Lungenschweiß – die kleinen Bläschen sind noch gut zu erkennen (Foto: Karl Bergien)

Auf dem Weg zu Anschuss und vor allem dann, wenn man das Wild nicht auf einer offenen Fläche, sondern im Wald beschossen hat, sollte man sich gelegentlich umdrehen und zum „Stand“ zurückschauen. Hat die Kugel beispielsweise ein dünnes Fichtenstämmchen auf den Weg zum Wildkörper gestreift oder durchschlagen, wird man dies auf der „Ausschussseite“ deutlicher erkennen können als den nur kalibergroßen Einschuss zum Standort des Jägers hin. Weiße Holzspäne auf dem Weg zum eigentlichen Anschuss sind kein gutes Zeichen!

Frischer, blasiger Lungenschweiß (Foto: Karl Bergien)

Frischer, blasiger Lungenschweiß (Foto: Karl Bergien)

Am Anschuss beziehungsweise nach dessen Begutachtung entscheidet sich der verantwortungsbewusste Jäger, wie es mit diesem kranken Stück weitergehen soll. Findet er Knochensplitter (ausgenommen eindeutige Splitter von einer Rippe), so steht eigentlich immer eine schwierige Nachsuche bevor und es muss der beste Nachsuchenhund geholt werden, der erreichbar ist. In einem solchen Falle ist auch stets mit einer Hetze zu rechnen und der Schütze sollte eventuell betroffene Nachbarn,

Knochensplitter aus einer Gelenkkapsel (Foto: Karl Bergien)

Knochensplitter aus einer Gelenkkapsel (Foto: Karl Bergien)

deren Reviere von dieser Nachsuche berührt oder durchquert werden könnten, vorab verständigen (es sei denn, es gibt Regelungen, die anerkannten Schweißhundführern das Überschreiten von Jagdgrenzen im Zuge begonnener Nachsuchen erlauben).

Ein Gedanke zu „Die Ansprache der Pirschzeichen am Anschuss – Schlussfolgerungen

  1. Joachim Orbach

    Hinweis für Hegeringe und Jagdgebrauchshundevereine:

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    Joachim Orbach

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