Der Jagdlaika und sein Einsatz bei Bewegungsjagden

Von Bernd Krewer

Die Laiki werden in Deutschland vom Laika-Club züchterisch betreut und in vier verschiedenen Rassevarietäten gezüchtet: Russisch-Europäische Laika, West-Sibirische Laika, Ost-Sibirische Laika und Karelo-Finnische Laika. Sie kamen mit jagenden russischen Besatzungsoffizieren in die DDR und fanden auch Liebhaber unter den DDR-Jägern.

In der Wendezeit gab es im Jagdhundeverband der DDR einen Zuchtverein für diese Rasse(n) und dieser Zuchtverein wurde bei der „Wiedervereinigung“ des Jagdhundeverbandes der DDR mit dem Jagdgebrauchshundverband der BRD (JGHV) „übernommen“ und wurde auch Mitglied im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH).

Der Laika-Klub ist also heute Mitglied im Jagdgebrauchshundverband, zu dessen Zielen die Förderung des Tierschutzes und die Zucht und Prüfung brauchbarer Jagdhunde im Sinne waidgerechter Jagd gehört.

Dazu gehört auch, dass die im JGHV zusammen geschlossenen Zuchtvereine/Rassen so eingesetzt werden, wie es ihrem rassetypischen Anlagenspektrum entspricht.

Die Laika ist für die Jagd auf Elch, Tiger und Bär gezüchtet worden, nicht für die Jagd auf Hirsch und Sau! Sie sind fast ausschließlich Stummjager, sind ausgesprochen wildscharf und infolge ihrer Hochläufigkeit schnell.

Alle unsere in deutschen Revieren geführten und anerkannten Jagdhundrassen haben am Beginn ihrer Ahnenreihen als Ausgangstier die legendäre Keltenbracke, ausgenommen die Retriever und die Laiki. Auch der Deutsche Jagdterrier! Seine Verbindung zur Keltenbracke läuft über den Beagle, dem er seine ausgeprägte Lautfreudigkeit verdankt. Die Retriever stammen von einer (heute als Rasse ausgestorbenen) kleinen Neufundländer-Varietät ab

Die Laiki haben eine lange Geschichte als Haus- und Schlittenhunde und kamen wohl erst spät zur Jagd – aber eben unter völlig anderen Jagdverhältnissen, als wir sie heute in deutschen Revieren haben.

Die größte Achillesferse der Laiki ist ihr fehlender Spur- und Fährtelaut. Das gejagte Wild kann diese Hunde nicht akustisch orten (Glöckchen für fehlenden Laut sind kein Ersatz!) und gerät in extreme Panik. Bei Rotwild-Beteiligung kommt es regelmäßig dazu, dass bei „Überraschungs-Angriffen“ Tier und Kalb getrennt werden und das Erkennen etwaiger Leittier- oder gar Mutterfunktionen für den Jäger unmöglich ist.

Das ist beim ausschließlichen Einsatz spur- und fährtelauter Rassen aber fast immer gegeben. Das Wild weiß, wo seine Verfolger sind, kann seine Flucht entsprechend „planen“ und kommt niemals dem draußen wartenden Jäger in panischer Flucht, sondern oft in langsamem Troll, der ein sauberes Ansprechen ermöglicht.

Bei Schwarz- und Rehwild im Treiben (bei Bewegungsjagden) kommt es beim Einsatz der Laiki regelmäßig dazu, dass einzelne Stücke von den Hunden überrascht, gepackt und niedergerissen werden. Sehr oft hört man häufiger Sauen und Rehe klagen als den Laut jagender Hunde.

Standlaut alleine genügt eben nicht! Den gäbe auch ein Mops oder ein Zwergpinscher. Und oft kommt es ja nicht einmal zum Standlaut, weil die überraschte Sau oder das Reh sofort von der Laika oder der Laika-Meute gepackt und niedergerissen werden.

Der Einsatz stumm jagender, wildscharfer und schneller Hunde erfüllt m.E. eindeutig den Tatbestand der verbotenen Hetzjagd und verstößt auch gegen die Grundsätze der Waidgerechtigkeit.

Wenn nach einer Bewegungsjagd der Führer der dabei eingesetzten Laika-Meute zum „Jagdkönig“ gekürt wird, weil er sechs von seinen Laiki gepackte Sauen „abgestochen“ hat (selbst erlebt!), dann dreht sich mir der Magen um.

Dann bleiben Tierschutz und Waidgerechtigkeit auf der Strecke und wir liefern denen die Munition frei Haus, die die traditionelle Jagd abgeschafft wissen wollen.

Wir haben für jeden denkbaren jagdlichen Einsatz Rassen, die wir problemlos effektiv und trotzdem waid- und tierschutzkonform einsetzen können. Wir brauchen die Laiki nicht! Und auch der JGHV sollte ernsthaft überlegen, ob er mit seinen eigenen Zielsetzungen der richtige Dachverband für die Rassegruppe der „Nordischen Hunde“ ist.

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