Das “ökologische Gleichgewicht”

Das „ökologische Gleichgewicht“ mancher Forstbeamten und Waldbauern z. B., die ja bekanntlich völlig wildfreien Wald für erstrebenswert halten, weil das natürliche Verbeißen des Rehwildes ihre Ertragsrechnung negativ beeinflusst, ist ein völlig anderes als das des Jägers, erst recht des Überhege- Jägers, die der Meinung sind, dass ein angepasster Wildbestand (Jäger) bzw. ein möglichst hoher Wildbestand (Überhege- Jäger) natürlich ist.

Das „ökologische Gleichgewicht“ von Singvogel- Liebhabern unterscheidet sich grundlegend von dem „natürlichen Gleichgewicht“ der Elstern- und Katzenfreunde.
Was lernen wir also aus all dem? Die einfache Tatsache, dass ein entscheidendes Kriterium zur Definition des „ökologischen Gleichgewichts“ der jeweilige Standpunkt, die jeweiligen persönlichen Prämissen und Wertmaßstäbe des Definierenden ist. Man kann auch sagen: Wes Brot ich ess´, des Lied ich sing´.

Gibt es denn noch andere Kriterien? Aber sicher. Unzählige. Zum Beispiel die zeitlich bestimmten. Das „ökologische Gleichgewicht“ vor 100 Jahren etwa war ein völlig anderes als das „ökologische Gleichgewicht“ heute. Weil sich die Wertmaßstäbe geändert haben, natürlich. Weil sich der Kenntnisstand der Wissenschaft weiterentwickelt hat, natürlich. Weil die öffentliche Wahrnehmung sich geändert hat, siehe unser Disneyworld- Phänomen. Weil die Medien einem gewissen Hype nachhängen, Geschäft ist Geschäft. Und sehr wahrscheinlich wird das in 100 Jahren nicht anders sein.

Dann gibt es noch regional bestimmte. Und klimatisch definierte. Und und und ………

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