Das “ökologische Gleichgewicht”

Kurz: Wir lassen uns immer wieder von einigen Misanthropen deren geradezu krankhafte Abneigung gegen die eigene Spezies um die Ohren schlagen. Statt sich kritisch mit den Pöbeleien zu befassen und sie auf ihre Plausibilität, ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen, regiert die Öffentlichkeit in gewohnter Weise geradezu reflexartig und stereotyp mit einem kollektiv schlechten Gewissen. Mit der bekannten Folge – man lässt sie machen und finanziert ihr Geschäftsmodell mit Steuergeldern. Dann hat man wenigstens seine Ruhe. 

Es wird Zeit, dass man die überhebliche Anspruchs-, Kontroll- und Regulierungsmanie einiger selbst ernannter Päpst/innen endlich mal wieder auf das Normalmaß zurückstutzt. Und es wird Zeit, dass wir uns selbst und unsere Rolle in der Natur nicht mehr nur mit der misanthropischen Brille betrachten. Schließlich steht ja auch bei uns einiges auf der Uhr, und wir brauchen uns in manchen Bereichen wahrhaftig nicht zu verstecken.

Wer außer uns wäre in der Lage gewesen, das heutige Weltnaturerbe Lüneburger Heide zu erschaffen? Die Senne bei Bielefeld? Unsere Truppenübungsplätze als Natur- Eldorados? Die Reisterrassen in China mit ihren Wahnsinns- Tier- und Pflanzengesellschaften? Die Hochalmen in den Alpen? Den Spreewald mit seiner in der Welt einmaligen Bewirtschaftungsweise und Pflanzen- und Tiergesellschaft? Die Eichenwälder des Spessarts? Allesamt Landschaften, deren Schaffung zum Zeitpunkt ihrer Gestaltung einen schweren Eingriff in das jeweilige „ökologische Gleichgewicht“ darstellte – und heute als Welt- Naturerbe unter Schutz stehen. Tun Sie sich einmal den Gefallen und googeln Sie den Begriff „Kulturlandschaften“. Sie schlagen lang hin, wie viele es davon gibt, vor allem über die Definition des Begriffs in Bezug auf weit überdurchschnittlichen Artenreichtum und Biodiversität. Und wie viele davon als so genannte „Welterbestätten“ bei der UNESCO gelistet sind.

Zugegeben, wie unsere tierischen Mitbewohner das sehen, weiß man nicht. Wir können nicht in ihre Köpfe sehen. Ich gehe aber mal davon aus, dass die es so schlecht nicht finden – sonst hätten wir nicht eine so arten- und zahlreiche Fauna in unseren Kulturlandschaften. Aber vergleichbar Schönes könnte man heute auch gar nicht mehr erschaffen, das steht mal fest. In diesem Punkt bin ich völlig sicher. Da seien BUND, NABU, Grüne und Genossen vor. Wegen der „Störung des ökologischen Gleichgewichts“.

Kirchveischede, 24. Juni 2013

Manfred Nolting
Ein Jagdmensch

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