Archiv der Kategorie: Jagdpraxis

Der Werdegang künstlicher Wundfährten

Von Joachim Orbach

Fährtenrad nach Most

Der Bedarf nach schnell verfügbarer Information, rascher Wandel, Schnelllebigkeit und Vergänglichkeit sind herausragende Merkmale unserer Zeit. Was gestern noch Gültigkeit hatte, ist heute oftmals bereits schon überholt oder für viele auch Schnee von gestern. Das Bestreben, mit den Entwicklungen und Erkenntnissen Schritt zu halten, lässt viele Menschen die Werte vergessen, die in vorangegangenen Generationen geschaffen wurden. Man ist sich oftmals nicht mehr bewusst, dass der heutige Stand unserer Technologie, unseres Wissens und unserer Kultur seine Wurzeln im Überlieferten hat. Wie für alle Gebiete unseres Lebens gilt das auch für den Bereich, der mit der Menschheit von ihren Anfängen an verbunden ist: nämlich der Jagd zu deren Ausübung auch die Jagdhunde erforderlich waren und sind. Es wäre ein Armutszeugnis für unsere Generation, wenn es ihr nicht gelingen würde, diesen reichhaltigen Teil unserer Kultur auch den kommenden Generationen zu überliefern bzw. zu erhalten. Weiterlesen

Prüfungsordnungen kann man lesen – Erfahrungen muss man sammeln!

Von Joachim Orbach

Mit einem Kommentar von Bernd Krewer, Uwe Tabel, Heinrich Uhde und Walter Stein

Foto: M. Knitter

Bereits einige Jahre vor Einführung der Verbandsschweißprüfung ( VSwP ) erkannte man die Notwendigkeit, für vielseitige Jagdgebrauchshunde eine „Erschwerte Schweißprüfung“ einzuführen. Führende Jagdkynologen wie Konrad Andreas, Dr. Carl Tabel, Werner Stölter, Herbert Bansen, von Trott zu Solz und Dr. Wolfgang Uter waren an den Initiativen und Versuchen zu dieser Prüfung maßgeblich beteiligt. Die Versuchsergebnisse und die gesammelten Erfahrungen aus den „Erschwerten Schweißprüfungen“ führten schließlich auch zur Vorlage einer Verbandsschweiß–Prüfungsordnung ( VSwPO ). Diese wurde auf der Hauptversammlung des JGHV im Jahre 1961 beschlossen und so wurden auch in das Band 57 DGStB ( Jahrgang 1961 ) die vier Verbandsschweißprüfungen „Pfälzerwald“, „St. Johann“, „Hoherodskopf“ und „Sachsenwald“ aufgenommen. Auf diesen 4 Prüfungen wurden auf der 20–Stunden-Fährte insgesamt 48 Hunde gemeldet, erschienen waren 45 und prämiert wurden 27 Hunde – und auf der damals noch 44-Stunden-Fährte wurden insgesamt 9 Hunde gemeldet, erschienen waren 9 und prämiert wurden 5 Hunde. Die 20-Stunden-Fährten wurden auf der „Sachsenwald“ mit Rotwildschweiß getupft und auf der 44-Stunden-Fährten mit Schwarzwildschweiß getupft, auf der „Hoherodskopf“ wurden alle Fährten mit Rotwildschweiß getupft und bei den anderen beiden Prüfungen wurden alle Fährten mit Rehwildschweiß getupft. Da die im Jahre 1960 ausgerichtete „Pfälzerwald“, „Urach“, „Hämelerwald“, „Hoderodskopf“ und „Sachsenwald“ bereits schon nach der gültigen VSwPO stattfanden, wurden diese Prüfungen lt. Beschluss des Verbandstages mit in das DGStB ( Bd. 57 ) aufgenommen. Auf diesen 5 Prüfungen wurden insgesamt 63 Hunde gemeldet, erschienen waren 57 und prämiert wurden 39 Hunde. Weiterlesen

Der Jagdlaika und sein Einsatz bei Bewegungsjagden

Von Bernd Krewer

Die Laiki werden in Deutschland vom Laika-Club züchterisch betreut und in vier verschiedenen Rassevarietäten gezüchtet: Russisch-Europäische Laika, West-Sibirische Laika, Ost-Sibirische Laika und Karelo-Finnische Laika. Sie kamen mit jagenden russischen Besatzungsoffizieren in die DDR und fanden auch Liebhaber unter den DDR-Jägern.

In der Wendezeit gab es im Jagdhundeverband der DDR einen Zuchtverein für diese Rasse(n) und dieser Zuchtverein wurde bei der „Wiedervereinigung“ des Jagdhundeverbandes der DDR mit dem Jagdgebrauchshundverband der BRD (JGHV) „übernommen“ und wurde auch Mitglied im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH).

Der Laika-Klub ist also heute Mitglied im Jagdgebrauchshundverband, zu dessen Zielen die Förderung des Tierschutzes und die Zucht und Prüfung brauchbarer Jagdhunde im Sinne waidgerechter Jagd gehört. Weiterlesen

Erste Wahl für Jagdhunde

Von Volker Seifert

Die Firma WESTHO petfood GmbH aus Mönchengladbach hat ein Hundefuttersortiment auf den Markt gebracht, das auf die besonderen Bedürfnisse von Jagdhunden konzipiert ist.

frontNur ein gesunder Hund ist ein glücklicher Hund. Und nur ein gesunder Hund kann gut jagen. Mit dem speziell für Jagdhunde entwickelten Westho-Alleinfuttermittel besteht ab sofort die Möglichkeit, den Jagdhund absolut bedarfsgerecht und zielgerichtet mit allem zu versorgen, was er braucht – sei es zur Zeit der Jagden oder in der Nebensaison.

In einer dreijährigen, wissenschaftlich begleiteten Entwicklungsphase haben wir eine Hundefutterlinie entwickelt, wie es sie bislang in dieser Güte noch nicht gab. Zusammen mit Tierärzten, Instituten für Tierernährung, Züchtern und erfahrenen Jagdhundeführern ist es uns gelungen, ein Hundefutter zur Marktreife zu bringen, das höchste Ansprüche erfüllt – und genau auf Jagdhunde ausgerichtet ist. Weiterlesen

Wann soll man einen Spezialisten zur Nachsuche rufen?

Joachim Orbach ( J. O. )

Ein Interview mit Bernd Krewer (B. K.)

Bernd Krewer

Bernd Krewer

Wenn es um das Thema Nachsuche auf Schalenwild geht, scheiden sich oftmals die Geister. Das trifft dann auch immer zu, wenn es um die Frage geht, soll ich einen Spezialisten rufen? Bewusst habe ich hier nicht Schweißhundführer und Schweißhund (Hannoverscher Schweißhund oder Bayerischer Gebirgs-schweißhund) geschrieben, da ich die Leistungsfähigkeit auf Wundfährte von anderen Jagdhunderassen nicht in Frage stellen möchte – bestimmte Voraussetzungen von Hund und Führer als Gespann erfüllend. Vielseitig geführten Jagdhunden sind aber auch oftmals gegenüber den reinen Schweißhunden (HS u. BGS) Grenzen gesetzt. So sind u.a. auch bestandene Prüfungen bis zur Verbandsschweißprüfung oder Verbandsfährenschuhprüfung lediglich als Einstieg in die Praxis zu betrachten. Allerdings bedarf auch der Schweißhund (mit und ohne Ahnentafel des Verein Hirschmann e.V. oder des Klub Bayerischer Gebirgsschweißhunde 1912 e.V.) eine entsprechende Einarbeitung, Prüfungen, Auslastung und Führung. So macht auch der Besitz eines Schweißhundes noch längst nicht den Schweißhundführer aus – was leider oftmals verkannt wird. Dort wo im Jahr nur wenige Nachsuchen anfallen, braucht man meiner Meinung nach auch keinen eigenen Schweißhund (HS oder BGS). Um Antworten auf die Grundsatzfrage und einige andere Fragen zu bekommen habe ich ein Interview mit Bernd Krewer geführt – ein im In- und Ausland bekannter und anerkannter Jagdkynologe, Buchautor und langjähriger Schweißhundführer. Weiterlesen

Alle Schäden durch Wölfe ersetzen!

Pressemeldung der CDU-Landtagsfraktion im Landtag von NRW vom 12.05.2016

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Rainer Deppe, CDU

Deppe: Wolfsmanagementplan der Landesregierung greift zu kurz

Als 1835 der letzte Wolf auf dem Gebiet von Nordrhein-Westfalen getötet wurde, lebten zwischen Rhein und Weser keine 2 Mio. Menschen. Es gab noch große unbewohnte Gebiete. Es gab weder Strom, noch Autos und Eisenbahnen. Eingezäunte Weiden für Nutztiere waren nicht üblich. Die Nutztiere wurden auch tagsüber bewacht und nachts in die Ställe geholt. Heute gelten weidende Pferde, Kühe, Schafe und Ziegen als erwünschte Form der Tierhaltung und geradezu als Musterbild einer intakten Kulturlandschaft. Da kann man nicht so tun, als ob der Wolf nur mal kurz weg war und Wölfe wieder unproblematisch in unsere zehnmal so dicht besiedelte Landschaft passen. Weiterlesen

Gedanken zur Jagd

Von Ulrich Dissmann, Reichshof

Auf der Suche nach der jagdlichen Moral

Ich habe in den letzten Jahren immer gehofft, unsere Gesellschaft würde besser verstehen was wir Jäger tun, warum wir jagen, was für uns Jagd bedeutet. Ich habe immer dafür geworben, mehr Akzeptanz für das jagdliche Handwerk zu finden. Doch ich bin immer wieder ernüchtert – ja enttäuscht. Weiterlesen

Begriffe und Definitionen der Kynologie und Jagdkynologie

Von Joachim Orbach

Im Jagdgebrauchshundwesen werden Begriffe verwendet, die leider aber auch in der  heutigen Zeit oftmals noch falsch verstanden werden. An der Notwendigkeit, dass alle Hundeführerinnen und Hundeführer unter den verwendeten Begriffe das Gleiche verstehen hat sich aber nichts geändert. Der Jagdgebrauchshundverband (JGHV) hatte daher bereits 1975 in Zusammenarbeit mit dem VDH und Wissenschaftlern in einem wissenschaftlichen Ausschuss die wesentlichen Begriffe der Kynologie und Jagdkynologie definiert und erläutert. Nachfolgen die Begriffe und Definitionen kurz und übersichtlich in Stichworten. Weiterlesen

Umweltministerium legt aktuelle Jagd-Bilanz für Nordrhein-Westfalen vor

Pressemeldung des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen vom 29.11.2015

Über 982.000 Tiere wurden im Jagdjahr 2014/2015 in Nordrhein-Westfalen erlegt – Ringeltauben am häufigsten erlegte Art.

n Nordrhein-Westfalen sind im letzten Jagdjahr 2014/2015 über 982.000 Tiere von Jägerinnen und Jägern erlegt worden. Dies geht aus der aktuellen Bilanz des NRW-Umweltministeriums hervor, die das Ministerium heute (29. November 2015) auf Grundlage von Meldungen der Unteren Jagdbehörden veröffentlicht hat. Damit sind rund 26.000 wild lebende Tiere mehr als im Jagdjahr davor geschossen worden. Die am häufigsten erlegte Tierart in NRW war trotz eines weiteren Rückgangs um drei Prozent, die Ringeltaube mit 355.000 Abschüssen. Niedriger war diese Zahl zuletzt im Jagdjahr 1989/90. Weiterlesen

Rotwildbestände auf wissenschaftlicher Grundlage ermitteln

Pressemeldung des Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft vom 06.10.2015

Sachsenforst und TU Dresden vereinbaren Kooperation

n Sachsen sollen die Rotwildbestände künftig besser und auf wissenschaftlicher Grundlage erfasst werden. Der Staatsbetrieb Sachsenforst und die Professur Forstzoologie haben dazu eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Inhalt ist die gemeinsame Untersuchung, welchen Einfluss verschiedene Tiergemeinschaften – darunter auch das Rotwild – auf die Wälder in Sachsen haben.

„Viele Menschen im Erzgebirge sorgen sich um die Rotwildbestände. Dies nehmen wir ernst“, so Forstminister Thomas Schmidt. „Ich freue mich deshalb, dass unser Staatsbetrieb und die Wissenschaftler aus Tharandt dieses wichtige Thema gemeinsam aufgreifen und in einem ersten Forschungsprojekt zum Rotwild weitere Grundlagen für ein zeitgemäßes Wildtiermanagement schaffen werden“. Weiterlesen