Archiv der Kategorie: Jagdgebrauchshunde

Der Werdegang künstlicher Wundfährten

Von Joachim Orbach

Fährtenrad nach Most

Der Bedarf nach schnell verfügbarer Information, rascher Wandel, Schnelllebigkeit und Vergänglichkeit sind herausragende Merkmale unserer Zeit. Was gestern noch Gültigkeit hatte, ist heute oftmals bereits schon überholt oder für viele auch Schnee von gestern. Das Bestreben, mit den Entwicklungen und Erkenntnissen Schritt zu halten, lässt viele Menschen die Werte vergessen, die in vorangegangenen Generationen geschaffen wurden. Man ist sich oftmals nicht mehr bewusst, dass der heutige Stand unserer Technologie, unseres Wissens und unserer Kultur seine Wurzeln im Überlieferten hat. Wie für alle Gebiete unseres Lebens gilt das auch für den Bereich, der mit der Menschheit von ihren Anfängen an verbunden ist: nämlich der Jagd zu deren Ausübung auch die Jagdhunde erforderlich waren und sind. Es wäre ein Armutszeugnis für unsere Generation, wenn es ihr nicht gelingen würde, diesen reichhaltigen Teil unserer Kultur auch den kommenden Generationen zu überliefern bzw. zu erhalten. Weiterlesen

Die Ausbildung unsere Jagdhunde in Kursen und Lehrgängen

Interview mit Uwe Tabel

Von Joachim Orbach

Uwe Tabel

Vor über 100 Jahren legte „Oberländer“ ( Karl Rehfuß 1855 – 1926 ) durch sein Erstlingswerk „Die Dressur und Führung des Gebrauchshundes“ die Messlatte mit den damals strengen Regeln der „Parforce-Dressur“ fest. Im 20. Jahrhundert haben sich, angepasst an die verschiedenen Jagdgebrauchshundrassen und deren rassespezifische Aufgaben im Jagdbetrieb, aufgrund neuer jagdkynologischer Erkenntnisse eine Vielzahl anderer Ansichten und Meinungen, insbesondere auch aus der Verhaltensforschung durchgesetzt. „Viele Wege führen nach Rom“ und so sind im Laufe der Zeit viele Abrichtewege entstanden, wobei jeder von ihnen dann zu respektieren ist, wenn er zum alleinigen Ziel „ Zur Jagd den brauchbaren Jagdgebrauchshund“ führt. Weiterlesen

Jagdkynologie Online

Kommentar zum Thema „Öffentlichkeitsarbeit im JGHV“

Joachim Orbach

Internetseite des JGHV (abgerufen am 17.01.2019)

Bekanntlich kommen in der heutigen Zeit auch ein Verband wie der JGHV (siehe hierzu auch den Beitrag von J. Orbach: „Der Jagdgebrauchshundverband„) kaum an der Öffentlichkeitsarbeit vorbei. Wenn es aber um deren Gestaltung geht, scheiden sich oftmals die Geister – insbesondere wenn es um die Nutzung der sogenannten neuen Medien geht. In diesem Zusammenhang möchte ich Dr. Ernst Albrich, von 2008-2015 Landesjägermeister Vorarlberg aus einem Kommentar zu einem Artikel von mir ( NEUE MEDIEN NUTZEN! ) zitieren. „Die manchmal vorwurfsvoll geäußerte Erklärung, die Spitzenfunktionäre der Jagd seien meistens eher älteren Semesters, ist nicht stichhaltig. Es geht nicht um das biologische Alter, sondern um die (kritische) Aufgeschlossenheit gegenüber dem Fortschritt, dem Verständnis für rasante Entwicklungen und die Notwendigkeit für „Waffengleichheit“ im Wettstreit der Meinungen. Da gibt es eben junge Alte, genauso umgekehrt alte Junge.“ Zum Thema Öffentlichkeitsarbeit habe nun in den vergangenen Jahren ein Interview mit Bernd Krewer ( s. www.jghv.de oder www.jkv-nrw.de ) und ein Interview mit Christoph Frucht ( s. www.jkv-nrw.de oder www.jkv-niedersachsen.de ) geführt, welche auch im Mitteilungsblatt „Der Jagdgebrauchshund“ veröffentlicht wurden. Weiterhin habe ich im Herbst 2018 auch ein Interview mit Friedhelm Röttgen geführt. In diesen drei Interviews wurde die Notwendigkeit der Öffentlichkeitsarbeit für den JGHV dargelegt. Weiterlesen

Prüfungsordnungen kann man lesen – Erfahrungen muss man sammeln!

Von Joachim Orbach

Mit einem Kommentar von Bernd Krewer, Uwe Tabel, Heinrich Uhde und Walter Stein

Foto: M. Knitter

Bereits einige Jahre vor Einführung der Verbandsschweißprüfung ( VSwP ) erkannte man die Notwendigkeit, für vielseitige Jagdgebrauchshunde eine „Erschwerte Schweißprüfung“ einzuführen. Führende Jagdkynologen wie Konrad Andreas, Dr. Carl Tabel, Werner Stölter, Herbert Bansen, von Trott zu Solz und Dr. Wolfgang Uter waren an den Initiativen und Versuchen zu dieser Prüfung maßgeblich beteiligt. Die Versuchsergebnisse und die gesammelten Erfahrungen aus den „Erschwerten Schweißprüfungen“ führten schließlich auch zur Vorlage einer Verbandsschweiß–Prüfungsordnung ( VSwPO ). Diese wurde auf der Hauptversammlung des JGHV im Jahre 1961 beschlossen und so wurden auch in das Band 57 DGStB ( Jahrgang 1961 ) die vier Verbandsschweißprüfungen „Pfälzerwald“, „St. Johann“, „Hoherodskopf“ und „Sachsenwald“ aufgenommen. Auf diesen 4 Prüfungen wurden auf der 20–Stunden-Fährte insgesamt 48 Hunde gemeldet, erschienen waren 45 und prämiert wurden 27 Hunde – und auf der damals noch 44-Stunden-Fährte wurden insgesamt 9 Hunde gemeldet, erschienen waren 9 und prämiert wurden 5 Hunde. Die 20-Stunden-Fährten wurden auf der „Sachsenwald“ mit Rotwildschweiß getupft und auf der 44-Stunden-Fährten mit Schwarzwildschweiß getupft, auf der „Hoherodskopf“ wurden alle Fährten mit Rotwildschweiß getupft und bei den anderen beiden Prüfungen wurden alle Fährten mit Rehwildschweiß getupft. Da die im Jahre 1960 ausgerichtete „Pfälzerwald“, „Urach“, „Hämelerwald“, „Hoderodskopf“ und „Sachsenwald“ bereits schon nach der gültigen VSwPO stattfanden, wurden diese Prüfungen lt. Beschluss des Verbandstages mit in das DGStB ( Bd. 57 ) aufgenommen. Auf diesen 5 Prüfungen wurden insgesamt 63 Hunde gemeldet, erschienen waren 57 und prämiert wurden 39 Hunde. Weiterlesen

Begriffe und Grunderkenntnisse der Genetik

Von Joachim Orbach

Vor längst vergangener Zeit wurde vielfach noch von Blut geredet und geschrieben, wenn es um die Erbanlagen unserer Hunde ging. Aber schon lange ist die Zeit her, in der man glaubte, das Blut sei Träger von Erbanlagen.

Wie die moderne Vererbungswissenschaft ( Genetik ) uns ja wissen lässt, sind die Träger des Erbgut an die in der Keimzelle enthaltenen Chromosomen gekettet. Jedes Individuum hat eine für seine Art spezifische Anzahl von Chromosomen als der Träger des Erbgutes.

Da die moderne Genetik aber oftmals recht kompliziert und differenziert ist, fehlt es vielen Züchtern an Zeit und Neigung, sich damit herumzuschlagen. Wer aber in der heutigen Zeit seriös Hunde züchten und nicht nur vermehren will, muss sich u. a. gezwungenermaßen mit den Grundbegriffen und Grundkenntnissen der Genetik ver- traut machen. Nun sind aber für den Nichtwissenschaftler so manche Begriffe, wie wir sie in der Fachliteratur, in Referaten oder in Mitteilungsblätter finden mitunter nur schwer verständlich ,da oftmals hierzu eine entsprechende Definierung und Erläuterung fehlt. Weiterlesen

Anlage fördern und Früherziehung

Von Joachim Orbach

Foto: Birgit Wermerskirchen

Wer die frühe Förderung der Anlagen unserer Jagdhunde und deren Früherziehung richtig nutzen will, muss auch die verschiedenen Entwicklungsphasen berücksichtigen.

Gleichgültig wie gut die ererbten Eigenschaften eines Hundes auch sein mögen, sie werden nie so gut werden, wie sie hätten werden können, wenn seine Anlagen bis zu einem Alter von 16 Wochen nicht entwickelt und gefördert wurden.

Diese Worte von Pfaffenberger kann man – wenn es um die Entwicklung und Förderung unserer Hunde geht – als wissenschaftlich erwiesen betrachten. Die Nutzung der gesicherten Erkenntnisse der Verhaltensforschung sind daher angesagt. Ihre Bedeutung für Zucht und Führung sowie ihre Wechselwirkung mit den züchterischen / führerischen Aufgaben und Nöten darzustellen kommt meiner Meinung nach u. a. auch als eine wesentliche Aufgabe den Zucht- und Prüfungsvereinen zu. Zu bedenken geben möchte ich, dass die Problematik in der Nutzanwendung der Verhaltensforschung oftmals im Wesentlichen darin liegt, dass häufig vielfältige Erkenntnisse sowie Begriffe unterschiedlich definiert und interpretiert werden. Weiterlesen

Die Fuchsbejagung durch die Bodenjagd und deren „Gesetze“

Von Joachim Orbach

Genau wie in früherer Zeit werden in der heutigen Zeit auch Füchse noch wegen des Balges und der Niederwildhege bejagt, aber auch andere Gründe spielen eine große Rolle. Einmal ist eine Regulierung überhöhter Fuchsbesätze aus Gründen zum Erhalt der Artenvielfallt im Wald und Feld in unserer gewachsenen Kulturlandschaft unabdingbar, und dann spielt die Bekämpfung von Seuchen in einem dichtbesiedelten Land wie Deutschland eine nicht zu unterschätzende Rolle. Dieser Tatsache sollte sich auch jeder Politiker bewusst sein, der verantwortungsbewusst in der Jagdgesetzgebung handelt. Mit steigenden Fuchsbesätzen wachsen nämlich die Gefahren von Seuchen / Erkrankungen wie Räude, Staupe, Fuchsenzophalitis, Fuchsbandwurm und in der Vergangenheit auch der Tollwut. Genau wie in der Vergangenheit auch, ist es auch in der heutigen Zeit angesagt, den ausgesprochenen Kulturfolger Fuchs durch alle jagdlichen Möglichkeiten intensiv zu bejagen und damit eine überhöhte Population flächendeckend zu verhindern. Hierbei sollten alle Verantwortlichen einmal bedenken, wie in der Vergangenheit auch Aktionen der Behörden versagten, was auch in der heutigen Zeit geschehen kann, wenn falsche Entscheidungen von der Politik gefällt werden. In diesem Zusammenhang fällt mir ein Zitat von Prof. Dr. Carlo Schmid – Völkerrechtler und einer der Väter unseres Grundgesetz- ein: „Als ich jung war, glaubte ich, ein Politiker müsse intelligent sein. Jetzt weiß ich, dass Intelligenz wenigstens nicht schadet“. Weiterlesen

Begriffe und Definitionen der Kynologie und Jagdkynologie

Bearbeitung: Joachim Orbach

Im Jagdgebrauchshundwesen werden Begriffe verwendet, die leider aber auch in der heutigen Zeit oftmals noch falsch verstanden werden. An der Notwendigkeit, dass alle Hundeführerinnen und Hundeführer unter den verwendeten Begriffe das Gleiche verstehen hat sich aber nichts geändert. Der Jagdgebrauchshundverband ( JGHV ) hatte daher bereits im Jahre 1975 in Zusammenarbeit mit dem VDH und Wissenschaftlern in einem wissenschaftlichen Ausschuss die wesentlichen Begriffe der Kynologie und Jagdkynologie definiert und erläutert.
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Die Nase unserer Jagdgebrauchshunde

Von Joachim Orbach

Wie bereits unter “Begriffe und Definitionen der Kynologie und Jagdkynologie” dargelegt ist die Nase unserer Jagdhunde ist das wichtigste Sinnesorgan. Was sie kann und wie sie funktioniert, muss der Jäger wissen, wenn er einen zuverlässigen, vierbeinigen Jagdhelfer sucht. Das gilt auch für Verbandsrichter -innen, die ja schließlich auf Prüfungen unsere Jagdhunde gerecht beurteilen sollen. Weiterlesen