Begriffe aus der Führung der Jagdgebrauchshunde – Teil 2 (N-Z)

Von Joachim Orbach

Nachziehen
Ein Hund zieht auf der Fährte, auf der Spur oder auf dem Geläuf nach, wenn er dem Wild vorsichtig suchend folgt.

Quersuche ( Suche )
Unter Quersuche versteht man das Hin und her Suchen des Vorstehhundes vor den Schützen ( Führer/in ) im Feld.Rändelt
Ein Hund rändelt, wenn er nur am Rande des Bestandes sucht.

Reviert ( abreviert )
Unter reviert versteht man, wenn ein Hund im Felde vor den Schützen ( Füher – in ) sucht.

Sekundieren
Unter sekundieren versteht man, wenn ein zweiter Hund einen bereits vorstehen Hund erblickt und ebenfalls in der Vorstehhaltung verharrt. Dabei steht der Sekundant nicht mit der Nase vor, sondern auf ein optisches Signal. Das Sekundieren wird zum Teil noch als Prüfungsfach für Pointer und Setter geprüft.

Suche
Bei der Suche soll der Hund seinen Willen zum Finden zeigen. Dabei soll der Hund fleißig, weiträumig, flott, ausdauernd und dem Gelände angepasst suchen.

Springt ein
Der Vorstehhund springt ein, wenn er z.B. Hasen, Fasane oder Rebhühner aufjagt, ohne sie vorzustehen.

Stöbern
Unter dem Stöbern versteht man, wen der Hund in Dickungen, in Schonungen, in Maisschlägen oder in Schilfflächen Wild sucht und es dem Jäger zutreibt. Stöberhundrassen müssen Spur – und Fährtenlaut jagen. Andere Rassen die zum Stöbern eingesetzt werden sollen wenigstens Sichtlaut jagen.

Totengräber
Als Totengräber bezeichnet man einen Hund der gefundenes Wild eingräbt, anstatt es zu apportieren.

Totverbellen

Totverbeller am Stück. Bild: Reinhard Görgens

Unter totverbellen ( durch „Standlaut“ ) versteht man das Lautgeben des Hundes, wenn er ein verendetes Stück Schalenwild gefunden hat ( er ruft seinen Führer zum Stück ).

Totverweisen
Unter totverweisen versteht man, wenn der Hund ein verendetes Stück Schalenwild findet, zu seinem Führer zurückkehrt und diesen dann zum Stück führt. Man unterscheidet zwischen Lautverweiser und dem Bringselverweiser.
Der laute Verweiser wird, nachdem er das Stück gefunden hat, alsbald laut, kehrt zum Führer zurück und zeigt durch erneutes Lautgeben den Fund an. Dann führt es zum Stück.
Der Bringselverweiser nimmt am gefunden ( oder auf dem gefundenen ) Stück das in der Halsung gehängte „Bringsel“ ( ein kurzes Lederstück ) in den Fang und zeigt dem Führer bei seiner Rückkehr damit, dass er gefunden hat. Dann führt er zum Stück.

Verlorenbringer
Als Verlorenbringer wird ein Jagdhund bezeichnet, der auf einer Wundspur das Wild sucht und apportiert.

Vorprellen
Unter vorprellen versteht man, wenn ein Hund frei bei Fuß oder an der Leine neben dem Führer – in vorwärts drängt ( nichtmehr bei Fuß geht ).

Vorstehen
Unter Vorstehen versteht man, wenn ein Vorstehhund durch festes Stehenbleiben ( Vorstehen / Vorliegen ) vor dem Wild im Feld, Wald oder im Schilfgewässer dem Jäger dieses anzeigt, so dass er auf Schussnähe herankommen kann. Will ein Jäger einen Vorstehhund auf den entsprechenden Prüfungen führen, so sollte er sich auf jeden Fall die jeweiligen Prüfungsordnungen ( z.B. die BZPO oder VGPO des JGHV ) vorher besorgen.

Vorsuche
Unter Vorsuche bezeichnet man die Arbeit des Hundes an der Anschussstelle oder bei der Unterbrechung des Fährternverlauf ( z.B. beim Umschlagen schwer zugänglicher Geländebedingungen zum Widerfinden des Auswechsels ) am noch nicht ganz abgedockten Schweißriemen. Hierbei muss der Führer / die Führerin darauf achten, ob der Hund Pirschzeichen verweist, die Wundfährte „anfällt“ und sich auf ihr „festsaugt“. Erst dann lässt er / sie den Hund am abgedockten Schweißriemen arbeiten.

Vorgreifen
Unter vorgreifen versteht man einen Bogen zu schlagen, wenn man mit dem Hund in die vermutete Fluchtrichtung des kranken Stückes Wild im Bogen vorgeht, nachdem der Hund von der Wundfährte abgekommen ist.

Vorliegen ( Bauarbeit )
Unter dem Vorliegen versteht man, wenn der Erdhund / Bauhund im Bau vor dem Rauwild Standlaut gibt. ( Nicht mit dem Vorliegen , z.B. der Setter bei der Feldarbeit zu verwechseln )

Überjagen
Unter dem Überjagen versteht man, wenn ein Jagdhund z.B. beim Stöbern dem aufgejagten Wild über den zu durchstöbernden Bestand ( Treiben ) hinaus in den nächsten folgt. Der Hund überjagd auch, wenn er dem Wild über die Reviergrenze folgt.

Begriffe aus der Führung der Jagdgebrauchshunde – Teil 1 (A-M)

Weitere Begriffe über das Jagdhundewesen finden Sie auf: Deutsches Jagd Lexikon

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