80 Jahre zeitgemäß und traditionsverbunden

Von Joachim Orbach

Zum 80jährigen Bestehen des JGV „Oberbergischer Jäger“ e.V.

jgvDas zur waidgerechten und tierschutzkonformen Jagdausübung brauchbare Jagdhunde erforderlich sind, erkannten bereits vor 80 Jahren eine Reihe von Jägern im Oberbergischen. So wurde denn am 8. Juni 1935 auf Initiative des Kreisjägermeister und Gerbereibesitzer Robert Schumacher aus Waldbröl und 7 weiterer Jäger aus Waldbröl, Wiehl, Heischeid, Nümbrecht und Morsbach der Gebrauchshundeverein „Oberbergisch Land“ (e.V.) in Waldbröl gegründet. Bereits am 5. Juli 1935 wurde die 1. Satzung mit dem Vereinssitz in Waldbröl beschlossen. In dieser Satzung wurden unter §1 denn auch der Zweck des Vereins festgeschrieben: „Der Verein hat den Zweck, die Zucht der Gebrauchshunde zur Jagd zu heben, sowie die Haltung vielseitiger guter Gebrauchshunde in allen Revieren zu erreichen, da nur dadurch eine waidgerechte Jagdausübung gewährleistet ist. Zu diesem Zweck finden belehrende Vorträge, Dressurübungen, Vorführungen fertiger Hunde und im Frühjahr und Herbst jeden Jahres die entsprechenden Prüfungen statt.“

Am Vereinssitz und am Zweck hat sich bisher in der in den Nachkriegsjahren 8 x geänderten Satzung daher auch nichts Wesentliches geändert. Unter Mitwirkung von Frau Margot Voswinkel (geb. Krahwinkel) aus Gummersbach wurde denn der Verein am 25.4.1936 unter Nr. 125 in das Vereinsregister beim Amtsgericht Waldbröl eingetragen. Im Jahre 1939 wurde der Verein denn auch Mitglied Nr. 50 im Jagdgebrauchshundeverband e.V. dem Dachverband des Jagdgebrauchshundewesen. Da der Begriff Gebrauchshunde auch andere Rassen betrifft, wie z.B. Schutzhunde, Blindenhunde, Hütehunde usw. war für den Verein schließlich eine Umbennung des Vereinsnamen in Jagdgebrauchhundeverein (JGV) “Oberbergischer Jäger“ e.V. erforderlich.

Lehrgang Waldbröl 2015. Foto: Joachim Orbach

Lehrgang Waldbröl 2015. Foto: Joachim Orbach

Auch hatte sich denn auch in der Zeit von 1935 – 1955 der Vereinssitz Waldbröl – in einer Zeit, in der noch längst nicht jeder ein Auto hatte – durch die Bahnanbindungen durch die Wiehltalbahn, Bielsteinbahn, Brölbahn und die Bahnverbindung von Waldbröl nach Morsbach als besonders günstig erwiesen. Es ist denn auch nicht verwunderlich, dass der Verein in dieser Zeit am 21.10.1938 bereits 45 Mitglieder aus dem Kreisgebiet und ein Mitglied aus Essen hatte. Die Anzahl der Mitglieder – vom Unternehmer bis zum Arbeitnehmer – wuchs bis zum heutigen Tage auf 226 an und schwankte in den letzen Jahren immer zwischen 220 und 260.

Maßgeblich bekannt über Grenzen des Oberbergischen Kreises hinaus machten der im Jahre 1979 verstorbene langjährige Geschäftsführer Walter Müller aus Wilkenroth und der langjährige 1. Vorsitzender Walter Stein aus Engelskirchen den Verein.
Nun hat sich von 1935 bis in die heutige Zeit sich in der Land- und Forstwirtschaft und damit auch für Jagd so einiges deutlich verändert. So schrieb denn auch der heutige 1. Vorsitzender Michael Knitter im Vorwort in der anlässlich des 75 jährigen Vereinsjubiläum im Jahre 2010 erschienen Chronik u.a. folgende Worte: „Die Aufgabenschwerpunkte unserer vielseitigen Jagdhelfer haben sich, nicht zuletzt durch die Verbreitung des Schwarzwildes, immer mehr in Richtung Waldarbeit verlagert. Die Möglichkeit zur Feldarbeit besteht für viele Hunde nach der Prüfung nicht mehr.“

Neben der Veränderung der Reviere und der Wildbestände hat sich im gleichen Zeitraum auch die Einstellung der Bevölkerung zur Natur und den Lebewesen drastisch verändert. Waren Jäger mit Hund in den Anfängen unseres Vereins hoch angesehen, muss man sich heute mit zunehmend kritischen Äußerungen zu unserer Passion auseinander setzen.
Das Hauptziel unseres Vereins, die Ausbildung und Prüfung des vielseitigen Jagdgebrauchshundes, wurden und wird seit Bestehen durch immer weitreichendere Restriktionen und Regulierungen eingeschränkt. Neben den gesetzlichen Einschränkungen, werden auch Prüfungsordnungen immer komplexer und detaillierter. Prüfungserfolge erscheinen zunehmend die jagdlichen Erfolge zu ersetzen, da die Arbeit in der jagdlichen Praxis anscheinend rückläufig ist.

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Übungs-u. Prüfungsgewässer des JGV „Oberbergischer Jäger“ e.V. Foto: Reinhard Görgens

Unser Verein hat es seit Bestehen geschafft, sich diesem Trend ein Stück weit zu widersetzen, es wurde immer großer Wert auf jagdnahe und praxisgerechte Ausbildung und Prüfung gelegt. Trotz zunehmender Zersiedlung besteht im Oberbergischen nach wie vor ausreichend Gelegenheit zur Jagd und damit auch der Bedarf an gut ausgebildeten und geprüften Hunden.
„Ohne einen brauchbaren Jagdhund ist eine waidgerechte und damit tierschutzkonforme Jagdausübung nicht möglich.
Dieser Satz ist die Kernaussage der Satzung des Jagdgebrauchshundverbandes (JGHV) und damit auch für unseren Prüfungsverein die oberste Maxime. Wir werden auch in Zukunft dafür sorgen, dass der Jagd brauchbare Jagdhunde zur Verfügung stehen, denn auch in unserer Kulturlandschaft muss die Jagd ihren Platz behalten und dies geht nicht ohne entsprechend ausgebildete und geprüfte Hunde.“

Fazit: Der JGV „Oberbergischer Jäger“ e.V. bietet daher für Jagdhunde entsprechende Prüfungen, Lehrgänge und Welpenkurse an. Gleichzeitig bieten die Teckelgruppe Waldbröl / Oberberg und Radevormwald Begleithundelehrgänge und –prüfungen für alle Hunderassen einschl. Michlinge an.

Für die Jägerschaft und auch für die Landwirtschaft kommt es in der heutigen , oftmals naturfremden Zeit u.a. aber auch auf die Öffentlichkeitsarbeit an, bevor das Reh das Kind vom Hirsch wird, die Kühe lila werden oder das Schnitzel nicht von einem geschlachteten Tier ist, sondern aus der Kühltheke kommt. Entsprechende gute Informationsquellen im Internet sind daher u.a. auf www.aktionsbuendnis-neue-medien.de und www.deutsches-jagd-lexikon.de zu finden, wo sich der Bürger informieren kann.

Webseite des JGV „Oberbergischer Jäger“ e.V.

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